[02.03.2008 | Kampagne | Forderungen]
Forderungen der Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung
an Lidl und KiK hinsichtlich ihrer Einkaufspolitik in Niedriglohnländern
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zu den Themen
Lidl/KiK und Discounter:

• Erste Kontakte zwischen der Kampagne für "Saubere" Kleidung (CCC-Deutschland) und den Unternehmen Lidl und KiK...
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• Discounter-Multiplikatoren-Schulungen
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• Discounter (Rubrik: Kampagnen/Themen)
» mehrDer Verhaltenskodex des Unternehmens muss für die gesamte Lieferkette bis zum letzten Unterauftragnehmer gültig sein, muss umfassend (siehe CCC Modell Kodex) und für jedermann zugänglich sein (auf Webseite, in den Fabriken in der Lokalsprache aushängend, möglichst in Bildersprache für Analphabetinnen). Insbesondere ist es notwendig, dass der Discounter eine pro-aktive Einstellung zum Recht auf Einigungsfreiheit und auf Kollektivverhandlungen einnimmt, das Menschenrecht auf einen Existenzsichernden Lohn für eine 48-Stunden-Woche garantiert und die Frauendiskriminierung (niedrigere Löhne, geringen Zugang zu Weiterbildung und Benachteiligung bei der Beförderung) abschafft. - Kein »cut & run«, also kein Abbruch der Beziehungen zum Lieferanten/Produzenten bei Feststellung von Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen, sondern Unterstützung des Lieferanten bei der Umsetzung von Sozialstandards. Keine Standortverlagerung ohne Sozialplan.
- Unabhängige Überprüfung der Umsetzung des Kodex durch Mitgliedschaft in einer Multistakeholder Initiative (MSI) wie z.B. der Fair Wear Foundation (FWF)
- Überprüfung der Auswirkungen der eigenen (Discounter) Einkaufspraktiken auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten des Lieferanten/Produzenten und Umsetzung von Maßnahmen, die eine Verbesserung der Arbeitssituation zur Folge haben.
- Herstellung von Transparenz nach außen: Informationen an KundInnen, die Öffentlichkeit, Lieferanten, ArbeiterInnen, VerkäuferInnen über die Umsetzung des Verhaltenskodexes bei den Lieferanten und dabei auftretenden Problemen, über Lieferfristen und Einkaufspreise. Offenlegung der Auditorganisationen, der Namen der Lieferanten und der Länder, in denen die Discounter einkaufen. Informationen über Produktionsstandortwechsel und Sozialpläne bei Schließung von Fabriken.
- Finanzierung spezifischer Maßnahmen wie
a) Schulung von ArbeiterInnen über ihre Rechte durch lokale Workers Rights Organisationen,
b) Aufbau von vertraulichen Beschwerdesystemen, wo ArbeiterInnen ohne Angst vor Repression ihre Beschwerden bei Arbeitsrechtsverletzungen einreichen können.
(Nähere Erläuterungen siehe »Full package approach to labour Codes of Conduct« der CCC.)
Forderungen an KiK und Lidl hinsichtlich ihrer Personalpolitik
in ihren Filialen in Deutschland
- Verbriefte gesetzliche Rechte der ArbeitnehmerInnen müssen gewährleistet werden, insbesondere das Recht der Beschäftigten, Betriebsräte zu wählen. Betriebsräte müssen geachtet werden. Lidl und KiK müssen Rahmenbedingungen schaffen, damit Betriebsräte ihre Arbeit machen können.
- KiK und Lidl verpflichten sich, Ihren Beschäftigten die ortsüblichen tariflichen Löhne für alle geleisteten Arbeitsstunden zu bezahlen.
- Die geringe personelle Besetzung im Discountbereich führt zu einem erhöhten Überfallrisiko. KiK und Lidl verpflichten sich, besondere Vorkehrungen zur erhöhten Sicherheit der Beschäftigten zu treffen.
Forderungen an die Lieferanten von Lidl und KiK x
- Vereinigungsfreiheit muss gewährleistet werden. Gewerkschaften/Bettriebsräte dürfen in den Fabriken gebildet werden, inkl. Zutritt für Gewerkschaftsaktivisten zu den Fabriken.
- Den ArbeiterInnen muss ein Existenzsichernder Lohn gezahlt werden.
- Überstunden dürfen nur auf freiwilliger Basis erfolgen und müssen korrekt nach Gesetz bezahlt werden.
- Es muss eine für die ArbeiterInnen transparente schriftliche Abrechnung der Löhne und Überstunden erfolgen.
- Frauendiskriminierung (s.o.) muss aktiv entgegen gewirkt und abgeschafft werden.
- ArbeiterInnen müssen einen schriftlichen Arbeitsvertrag erhalten.
- ArbeiterInnen müssen über ihre Rechte aufgeklärt werden (Schulungen durch Workers Rights Organisationen oder lokale Gewerkschaften).
Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung, Februar 2008
x abgestimmt mit dem lokalen Partner
