[22.02.2008 | Pressemitteilung]
Wuppertal/Siegburg, 22.2.08. Wenige Tage vor dem Beginn von Aktionen der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) zu Aldi am 8. März zeigt das Unternehmen Flagge zum Thema „Globale Sozialverantwortung“. Die Kontaktpersonen von Protestschreiben und geplanten Veranstaltungen werden seit gestern von der Aldi-Gruppe darüber informiert, dass das Unternehmen der europäischen „Business Social Compliance Initiative“ (BSCI) beigetreten ist. „Obwohl dieser Schritt von Aldi zeigt, dass der öffentliche Druck wirkt, wird er aufgrund seines Symbolcharakters den geplanten Aktionen nicht den Wind aus den Segeln nehmen“, so Ingeborg Wick, Autorin der SÜDWIND-Studie zu massiven Arbeitsrechtsverletzungen bei Aldi-Zulieferern in China und Indonesien vom Mai 2007.
Die 103 Mitgliedsunternehmen der BSCI wollen ihre weltweiten Zulieferer auf die Einhaltung grundlegender Sozialstandards von UNO und ILO verpflichten. Sie akzeptieren jedoch keine demokratische Teilhabe von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen in unabhängigen Kontrollsystemen. Auch klammert die BSCI die Hauptproblematik der globalen Beschaffung von multinationalen Handels- und Markenunternehmen aus. Sie besteht darin, dass diese vor allem über ihre Einkaufspraktiken wie z.B. Preisdruck und kurze Lieferfristen für die Aushebelung von Arbeits- und Sozialrechten in globalen Lieferketten verantwortlich sind. Dabei profitieren sie auch von der weitgehenden Außerkraftsetzung dieser Rechte in Entwicklungsländern, die heute die Normalität und keine Ausnahmeerscheinung ist.
Die CCC und SÜDWIND fordern deshalb von Aldi und anderen BSCI-Unternehmen, dass sie ihre Einkaufspraktiken offen legen und so gestalten, dass die Einhaltung grundlegender Sozialstandards möglich ist. Auch sollten sie Mitglieder in unabhängigen Überprüfungseinrichtungen wie der Fair Wear Foundation werden. Darüber hinaus treten die CCC und SÜDWIND dafür ein, dass Regierungen multinationale Unternehmen zu einer globalen sozialen Rechenschaft und Haftung gesetzlich verpflichten.
Kontakt:
Ingeborg Wick / SÜDWIND-Institut, Tel. 02241 / 259530,
E-mail: wick@suedwind-institut.de
Christiane Schnura / Kampagne für Saubere Kleidung, Tel. 0202 / 89004 -316,
E-mail: ccc-d@vemission.org
Nähere Informationen:
a) „All die Textilschnäppchen – nur recht und billig? Arbeitsbedingungen bei Aldi-Zulieferern in China und Indonesien“, von Ingeborg Wick, hg. SÜDWIND, Download www.suedwind-institut.de/Downloads/ALDI-Broschuere_dl.pdf
b) Kritik an BSCI in CCC Newsletter 21, May 2006: s. www.cleanclothes.org