[12.07.2010 - Update 02.05.2011| Outdoor-Hersteller]
Zweifelhafte Geschäftsgebaren
im Zeichen von Freiheit und Abenteuer
Branche in der Kritik
Die Hersteller von Outdoor-Funktionskleidung können sich freuen: Kaum eine andere Branche hat in den vergangenen Jahren trotz Wirtschaftskrise derart starke Zuwachsraten erzielt. Markenunternehmen wie The North Face, Schöffel oder Tatonka stehen für das Erleben der Natur, für die Sehnsucht nach fremden Ländern, für Freiheit und Abenteuer. Das Image der Outdoor-Unternehmen ist entsprechend positiv besetzt. Oftmals zu Unrecht, wie die Kampagne für Saubere Kleidung_Clean Clothes Campaign (CCC) in ihren Firmenprofilen feststellt.
Die Kampagne hat 2009 und 2010 das Selbstbild und das tatsächliche Geschäftsgebaren von 15 international tätigen Unternehmen der Outdoor-Bekleidungsbranche eingehend untersucht. Mit ernüchternden Resultaten. So trafen einige der Unternehmen keinerlei Vorkehrungen für eine Mitbestimmung von ArbeiterInnen in Produktionsländern, in denen Gewerkschaftsfreiheit nicht existiert. Wieder andere Unternehmen verzichten gänzlich darauf, sich für die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten bei der Herstellung ihrer Produkte zu engagieren. Löhne, die für ein Leben in Würde nicht ausreichen, verzeichnet die Kampagne für Saubere Kleidung ebenso wie im Fall des schwedischen Herstellers Fjällräven fehlende Obergrenzen für Überstunden, wodurch exzessiver Mehrarbeit in den Fertigungsstätten Tür und Tor geöffnet ist. Internationale Standards der ILO werden sogar in den Selbsterklärungen einzelner Unternehmen missachtet.
In der Branche ist aber auch Bewegung: So traten – nach den Vorreitern Odo und Mammut aus der Schweiz (2008) – 3 Unternehmen aus Deutschland der Fair Wear Foundation bei: Jack Wolfskin, VAUDE und Schöffel.
Hier finden Sie die Studie mit dem Informationsstand: Juni 2010 (download Outdoor-Profile):