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Aktuelle Fälle

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TRIUMPH International/Thailand [Update 3: 03.12.2009]

[03. Dezember 2009 | Eilaktionen | Aktuelle Fälle | Update 3]

Schöne Bescherung für Triumph:
OECD-Beschwerde und Protest entlassener Näherinnen in Berlin

Trumph-Aktion in BerlinJeweils zwei entlassene Triumph-Gewerkschafterinnen aus Thailand und von den Philippinen reisen in den kommenden Wochen durch Europa, um auf die Gewerkschaftsdiskriminierung bei Triumph-Zulieferern aufmerksam zu machen. Die Rundreise ist der bisherige Höhepunkt der monatelangen Protestaktionen.

Im Namen von 3.600 entlassenen Näherinnen hat die Gewerkschaftsdelegation aus Thailand und von den Philippinnen heute eine so genannte OECD-Beschwerde beim OECD-Kontaktpunkt in der Schweiz eingereicht. Sie wirft dem Unternehmen vor, die OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen verletzt zu haben. In der Schweiz hatten die Gewerkschafterinnen auch um ein Treffen mit Triumph-Geschäftsführer und Mitbesitzer Markus Spiesshofer gebeten, dass ihnen verweigert wurde.

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In Deutschland, Österreich, Dänemark und Belgien protestieren die Gewerkschafterinnen in den kommenden Wochen vor Triumph-Läden und werben um Unterstützung bei den europäischen Konsumenten. Dabei verkaufen sie ihre »Protestunterwäsche«, die sie während der wochenlangen Demonstrationen angefertigt haben. Die Unterwäschelinie mit dem Namen »Try Arm« ist ein Symbol des innovativen Widerstands der Näherinnen gegen Gewerkschaftsfeindlichkeit und die schlechten Bedingungen in der globalen Bekleidungsindustrie.

Mit einer europaweiten Aktion fordern die Gewerkschaften und Kampagne für Saubere Kleidung Triumph International erneut auf, Verhandlungen mit den Gewerkschaften zu beginnen und die entlassenen ArbeiterInnen wiedereinzustellen.

Unterstützen Sie die Protest-Aktion
und schreiben Sie eine Protest-Email an Triumph!

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Schreiben Sie an:Markus Spiesshofer,
CEO Triumph International, info@triumph.com

Musterbrief:

Sehr geehrter Herr Spiesshofer,

Weihnachtszeit ist Familienzeit. In Thailand und den Philippinen hat Triumph 3.660 ArbeiterInnen eine „schöne Bescherung“ bereitet: Sie wurden entlassen, haben dadurch ihr Einkommen verloren und sehen einer unsicheren Zukunft entgegen, in der sie kein Geld haben, um ihre Kinder in die Schule zu schicken.

In seinem Jahresbericht hat Triumph berichtet, dass seine asiatischen Tochterfirmen trotz der Finanzkrise erfolgreich sind. Gleichzeitig hat Triumph Massenkündigungen genau in jenen thailändischen und philippinischen Fabriken vorgenommen, die gewerkschaftlich gut organisiert sind.

Bei diesen Maßnahmen hat Triumph es unterlassen, mit den Gewerkschaften in faire und transparente Verhandlungen zu treten. Das ist ein Verstoß gegen international anerkannte Arbeitsstandards.

Herr Spiesshofer, Sie als Geschäftsführer und Eigentümer von Triumph International müssen Verantwortung übernehmen: Stellen Sie die ArbeiterInnen sofort wieder ein und nehmen sie Verhandlungen mit den Gewerkschaften auf!

Mit besten Grüßen

 

TRIUMPH International/Thailand [Update 2: 24.07.2009]

[24. Juli 2009 | Eilaktionen | Akuelle Fälle | Update 2]

Triumph-Zulieferer entlassen Gewerkschaftsmitglieder in Asien

WanphenDer schweizerische Dessous-Produzent Triumph International entlässt 3660 Arbeiter aus Zulieferer-Fabriken in Thailand und den Philippinen – die meisten davon sind Gewerkschafts-mitglieder. Triumph gibt an, dass die Entlassungen auf die weltweite Wirtschaftskrise zurückzuführen sind. Allerdings ist auffällig, dass Triumph Entlassungen hauptsächlich in gewerkschaftlich gut organisierten Fabriken vornimmt. Die Kampagne für Saubere Kleidung geht davon aus, dass die Triumph-Zulieferer gezielt gegen Gewerkschaften vorgehen.

Entlassungen von Gewerkschaftern bis hin zur Schliessung von gewerkschaftlich gut organisierten Fabriken gehören zu den gängigen Mitteln, um die Gewerkschaftstätigkeit einzudämmen oder ganz abzuschaffen. Solche Massnahmen stehen im Widerspruch zu internationalen Arbeitsstandards. Die Tatsache, dass das Management weder im Falle von Thailand, noch im Falle der Philippinen rechtzeitig und vor den geplanten Personalmaßnahmen mit den Gewerkschaften verhandelt hat, verstößt gegen die Konvention 158 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie gegen die Richtlinien für Multinationale Unternehmen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Seit einigen Wochen protestieren die lokalen Gewerkschaften vor den Fabriken. Am 24. Juli ziehen sie weiter vor die Schweizer Botschaften in Bangkok (Thailand) und Manila (Philippinen), um von der Schweizer Behörde im Kampf um die Einhaltung der Arbeits- und Menschenrechte Unterstützung einzufordern.

Unterstützen Sie deshalb die protestierenden Arbeiter und schicken Sie heute eine Protest-Mail an Triumph International.

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Ende Juni haben die Arbeiter der Triumph-Tochterfirma Body Fashion Thailand erfahren, dass 1959 Arbeiter der 4200-köpfigen Belegschaft Ende August entlassen werden. Auch 13 Gewerkschafter des 19-köpfigen Gewerkschaftskomitees haben die Kündigung erhalten. Die gesamte Belegschaft der Produktionsabteilung, die Schwimmanzüge herstellt, wird ebenfalls entlassen; diese Abteilung war besonders aktiv beim Streik im Sommer 2008.
Auch in der thailändischen Triumph-Zulieferer-Fabrik WorldWell Garment Company. Ltd wurden am 1. Mai alle 41 Arbeiter entlassen. Auf ihre letzten Löhne und die gesetzlich verpflichtete Kompensationszahlung warten die Arbeiter bisher vergeblich – im Ganzen stehen etwa 50.000 EUR aus.

In den Philippinen erfuhren 1660 Fabrikarbeiter am 9. Juli, dass sie Ende August ihren Job verlieren, da die beiden Fabriken Triumph International (Philippines) Ltd. und Star Performance Inc. geschlossen werden. Die Fabriken waren gewerkschaftlich organisiert.

Triumph International führt den massiven Personalabbau auf die Rezension zurück. Allerdings baut das Unternehmen die Produktion in einer Fabrik in der Nakorn-Sawan Provinz in Thailand aus. Dort sollen insgesamt rund 2000 Arbeiter beschäftigt werden, aktuell sind bereits etwa 1000 Personen tätig. Diese Fabrik hat keine gewerkschaftliche Vertretung.

Die Gewerkschaften in Thailand und den Philippinen haben sich nun verbündet und wollen gemeinsam beim Triumph International ihre Rechte einfordern. Die Protestaktionen werden von der Triumph Gewerkschaft in Thailand (TITLU) und der Triumph Gewerkschaft in den Philippinen (BPMTI) durchgeführt und neben der CCC von der Thai Labour Campaign (TLC), dem Asian Monitor Resource Centre (AMRC) und dem Committee for Asian Women (CAW) unterstützt.

Schreiben Sie eine Protest-Mail an Triumph!

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Gemeinsam mit lokalen Organisationen und internationalen Partnern fordert die Kampagne für Saubere Kleidung Triumph International auf:

Schreiben Sie eine Protest-Mail an Triumph!

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Schreiben Sie an:
Markus Spiesshofer, CEO Triumph International, info@triumph.com

 

Musterbrief

Sehr geehrter Herr Spiesshofer,

von der Kampagne für Saubere Kleidung habe ich erfahren, dass Triumph International plant, in der Tochterfirma Body Fashion Thailand sowie in den Fabriken Triumph International (Philippines) Ltd. und Star Performance Inc. in den Philippinen massiv Personal abzubauen.

Ich habe auch gelesen, dass diese Umstrukturierungen und Betriebsverkleinerungen ohne rechtzeitige und faire Konsultation mit den Gewerkschaften eingeleitet wurden. Die Tatsache, dass das Management weder im Falle von Thailand, noch im Falle der Philippinen rechtzeitig und vor den geplanten Personalmaßnahmen mit den Gewerkschaften verhandelt hat, verstößt gegen die ILO-Konvention 158 sowie gegen die OECD-Guidelines für Multinationale Unternehmen.

Ich bin zudem besorgt wegen der Anzeichen von gezielter Gewerkschaftseinschüchterung im Rahmen der Umstrukturierungspläne von Triumph International. Es scheint, dass Triumph hauptsächlich in gewerkschaftlich gut organisierten Fabriken Personal abbaut. Meiner Meinung nach kann dieses Vorgehen als Verstoß gegen den Verhaltenskodex von Triumph, sowie gegen die ILO-Kernarbeitsnormen und die OECD-Guidelines für multinationale Unternehmen gewertet werden.

Ich habe weiter erfahren, dass die ArbeiterInnen der am 1. Mai geschlossenen thailändischen Fabrik Worldwell Garment Co.mpany. Ltd, ihre letzten Löhne und die gesetzlich zugesicherte Kompensationszahlung bisher nicht erhalten haben.

Ich schreibe Ihnen, um meine tiefste Besorgnis auszudrücken und Sie als CEO von Triumph International zu bitten, bei Ihren Tochterfirmen zu intervenieren und Ihren Einfluss bei den Produktionsbetrieben zu nutzen, um sicherzustellen, dass die involvierten Gewerkschaften fair behandelt werden.

Ich bitte Sie im Speziellen:

Ich hoffe, dass Sie aktiv werden und freue mich über Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen

 

TRIUMPH International/Thailand [Update 1: 26.11.2008]

[26. November 2008 | Eilaktionen | Akuelle Fälle | Update 1]

Triumph-ArbeiterInnen kämpfen weiter für Gerechtigkeit
In Thailand kämpfen die ArbeiterInnen der Fabrik »Body Fashion (Thailand) Ltd.« weiter für die Wiedereinstellung ihrer Gewerkschaftspräsidentin Jitra Kotshadej und gegen Diskriminierung. Der internationale Konzern Triumph International ignoriert die Vorfälle in seinem Tochterunternehmen weiterhin.

Die ArbeiterInnen von der Fabrik »Body Fashion (Thailand) Ltd.« (BFT) nähen Unterwäsche und BHs für Triumph International. Sie machen ihre Arbeit gerne und engagieren sich in einer Gewerkschaft. Als ihre Gewerkschaftspräsidentin Jitra Kotshadej im Juli ungerechterweise entlassen wurde, sind sie in den Streik getreten, um Solidarität zu zeigen und Gerechtigkeit zu fordern. Da Frau Kotshadej momentan auf die Anhörung ihres Falls vor Gericht wartet, haben die Gewerkschaftsmitglieder ihren Streik vorerst beendet.

Jetzt müssen sie sich jedoch gegen die BFT Geschäftsführung wehren, die versucht, Gewerkschaftsmitglieder zu diskriminieren und ihre Rechte zu missachten. Die Gewerkschaft und die Kampagne für saubere Kleidung haben Triumph International wiederholt aufgefordert, sich dafür einzusetzen und sicherzustellen, dass ihr Tochterunternehmen Body Fashion Thailand die international geltenden Arbeitsrichtlinien und die allgemeingültigen Menschenrechte sowie den Verhaltenskodex von Triumph International einhält. Triumph International weigert sich jedoch, aktiv zu werden, obwohl sich die Situation in der Fabrik verschlechtert.

Bitte unterstützen Sie die ArbeiterInnen in Thailand. Schreiben Sie noch heute einen Protestbrief an Triumph International, um das Unternehmen zu einer aktiven Beteiligung bei der Lösung der schwerwiegenden Probleme in ihrer thailändischen Fabrik aufzurufen.

Hier geht es zum ProtestMailAssistenten: Bitte klicken sie » hier.

 

Was bisher geschah:

Am 30. Juli 2008 hat BFT die Gewerkschaftspräsidentin Jitra Kotshadej entlassen. Sie trug bei einer Fernseh-Debatte ein T-Shirt mit einer politischen Botschaft, was die Arbeitgeberschaft unpassend fand. »Diejenigen, die nicht aufstehen, sind keine Kriminellen. Anders denken ist kein Verbrechen«. Das T-Shirt verweist auf das Recht, sich nicht zu erheben, wenn die thailändische Hymne gespielt wird, sowie auf den Missbrauch der Gesetzgebung zur Majestätsbeleidigung, um die politische Opposition zu unterdrücken. Obwohl ihr Fernsehauftritt in ihrer Freizeit und nicht in Verbindung mit ihrer Funktion als Gewerkschaftsführerin oder Arbeiterin von BFT stand, wurde Jitra Kotshadej entlassen.

Daraufhin sind am 1. August 2008 mehr als 2000 BFT ArbeiterInnen in den Streik getreten, um die Wiedereinstellung ihrer Gewerkschaftspräsidentin Jitra Kotshadej zu fordern. Trotz Protest-E-Mails von tausenden internationalen ArbeitsrechtsaktivistInnen hat sich Triumph International bisher geweigert, Frau Kotshadej wieder einzustellen. Nun klagt sie vor Gericht; das Gerichtsverfahren wurde am 17. November eröffnet.

In der Zwischenzeit hat sich die Gewerkschaft entschlossen, den Streik zu beenden. Obwohl die Geschäftsführung der Fabrik am 12. September eine Vereinbarung unterzeichnete, GewerkschaftsmitgliederInnen nicht zu bestrafen oder zu diskriminieren, benachteiligen sie ArbeiterInnen, die sich am Streik beteiligten. Seit die Aufträge bei BFT zurückgegangen sind, erhalten am Streik beteiligte ArbeiterInnen weniger Aufträge und verdienen damit weniger, obwohl sie das Einkommen dringend benötigen. Obendrein berichten Gewerkschaftsmitglieder, dass sie häufig von ihren Aufsehern beschimpft und ihre Arbeitszeiten strenger überwacht werden.

Im Oktober kamen die Gewerkschaft und die BFT Geschäftsführung zu zwei Treffen zusammen. Obwohl die BFT Geschäftsführung versprach, gegen die Diskriminierung und Belästigungen vorzugehen, hat sich bis heute nichts verändert. Beide Seiten hatten sich darauf geeinigt, ein Untersuchungsteam zusammenzustellen, das die Aktivitäten der Geschäftführung gegen GewerkschafterInnen während des Streiks im August/September sowie Korruptionsanschuldigungen aufklären soll. Momentan weigert sich die BFT Geschäftsführung jedoch, Vertreter der Geschäftsführung von Triumph International und des deutschen Betriebsrats zum Untersuchungsteam zuzulassen, wie es die Gewerkschaft fordert. Die Gewerkschaft befürchtet, dass die momentanen Vertreter aus der BFT Geschäftsführung und der Gewerkschaft alleine die Probleme nicht lösen können.

Das leere Versprechen von Triumph International

Vom 23. September bis 4. Oktober 2008 reisten Frau Wanphen Wongsombat von der Triumph International Labour Union und Frau Premjai Jailka von der Thai Labour Campaign durch Norwegen, Schweden, Dänemark, Deutschland und die Schweiz, um Triumph International darauf zu drängen, ihren Verhaltenskodex sowie international geltenden Arbeitsrichtlinien und allgemeingültige Menschenrechte einzuhalten. Sie trafen sich mit Arbeitsrechtsaktivistinnen, NGOs, Handelsgesellschaften und nahmen an Seminaren und Konferenzen teil.

Am letzten Tag ihrer Reise trafen sie sich mit Vertretern von Triumph International in der Hauptgeschäftsstelle des Konzerns in der Schweiz. Triumph wiederholte, dass sie erwarteten, dass sich alle Fabriken an ihren Verhaltenskodex hielten. Sie weigerten sich jedoch, Verantwortung zu übernehmen, um die Probleme in der BFT Fabrik zu lösen. Ohne jegliches Engagement bleibt Triumphes Verhaltenskodex jedoch nur ein Stück Papier und damit ein leeres Versprechen.

 

AUFRUF ZUM AKTIV WERDEN

Fordern Sie Triumph auf, endlich seine soziale Verantwortung wahrzunehmen:

Nun ist es jedoch an der Zeit, dass Triumph direkt eingreift, um die Diskriminierung von Gewerkschaftsmitgliedern zu beenden, Vereinbarungen zwischen der BFT Geschäftsführung und der Gewerkschaft durchzusetzen und offenen Forderungen der Gewerkschaft nachzugehen. Als erster Schritt sollte Triumph International dem Untersuchungsteam beitreten und Vertreter des Deutschen Betriebsrats zulassen sowie die Untersuchungen auf den Zeitraum nach dem Streik ausweiten und eine faire, transparente und schnelle Aufklärung ermöglichen.

Bitte schreiben Sie Triumph noch heute einen Protestbrief und fordern Sie Triumph auf, endlich aktiv zu werden.

» Hier können Sie online an der Protestaktion mitmachen!

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TRIUMPH International / Thailand [Stand: 29.08.2008]

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[29. August 2008 | Eilaktionen | Akuelle Fälle]

Keine Modefreiheit bei Triumph

Triumph International entlässt Gewerkschaftsführerin
wegen eines T-Shirts

Am 30. Juli 2008 hat die Fabrik »Body Fashion (Thailand) Ltd.«, eine Tochtergesellschaft von Triumph International, einem der grössten Dessous-Konzerne der Welt, die Gewerkschaftspräsidentin Jitra Kotshadej entlassen. Sie trug bei einer Fernseh-Debatte ein T-Shirt mit einer politischen Botschaft, was die Arbeitgeberschaft unpassend fand. »Diejenigen, die nicht aufstehen, sind keine Kriminellen. Anders denken ist kein Verbrechen«. Das T-Shirt verweist auf das Recht, sich nicht zu erheben, wenn die thailändische Hymne gespielt wird, sowie auf den Missbrauch der Gesetzgebung zur Majestätsbeleidigung, um die politische Opposition zu unterdrücken. Obwohl ihr Fernsehauftritt in ihrer Freizeit und nicht in Verbindung mit ihrer Funktion als Gewerkschaftsführerin oder Arbeiterin von »Body Fashion (Thailand) Ltd.« stand, wurde Jitra Kotshadej entlassen. Seit ihrer Entlassung streiken 3000 ArbeiterInnen aus Solidarität mit ihr.

Die Scheingründe für die Entlassung

Das Management machte geltend, dass Kotshadej den Ruf der Firma schädige, weil sie am 24. April 2008 das T-Shirt mit besagtem Aufdruck in einem Abendprogramm des thailändischen Fernsehens getragen habe. Das Management hat daraufhin ohne vorherige Information ein Gerichtsverfahren eröffnet und die juristische Bestätigung erhalten, dass eine Entlassung möglich sei. Kotshadej hatte nie Gelegenheit, sich direkt dem Gericht zu stellen, denn das Management hat das Gerichtsverfahren ihr gegenüber nicht bekannt gegeben. Sie hat weder eine Gerichtsvorladung noch das ergangene Urteil erhalten.

Solidarität mit Jitra Kotshadej

Nach ihrer Entlassung haben sich 3000 Mitglieder der Triumph International Labour Union sofort mit der Gewerkschaftspräsidentin solidarisiert und sind in den Streik getreten. Die ArbeiterInnen verlangten die Wiedereinstellung von Jitra Kotshadej, eine Garantie, dass den streikenden ArbeiterInnen keine disziplinarischen Konsequenzen drohen sowie den Dialog des Managements mit der Gewerkschaft. .

Die Triumph International Labour Union ist eine der stärksten Gewerkschaften in Thailand. Rund 70 Prozent der Belegschaft von Body Fashion Thailand (BFT) gehören der Gewerkschaft an, die meisten davon sind Frauen. Die Triumph International Labour Union sieht die Entlassung ihrer Präsidentin als einen verschleierten Angriff auf die Gewerkschaft, die gerade erfolgreich im Frühling einen Gesamtarbeitsvertrag ausgehandelt hat.

Unehrliches Spiel des Triumph Managements

Verschiedene Treffen zwischen der Gewerkschaft, dem Fabrikmanagements und Regierungsvertretern haben zu keiner Übereinkunft geführt. Der Schweizer Hauptsitz von Triumph International hat Berichten zu Folge mehrmals verweigert, irgendeine Vereinbarung anzunehmen, welche die Wiederanstellung der Gewerkschaftspräsidentin beinhaltet. Diese Haltung wurde in einem Brief vom 8. August an die Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung bestätigt, in dem die Firma nicht auf das Recht auf Wiederanstellung Jitra Kotshadejs eingehen wollte. Auch in Infoblättern, die am 13. August unter den streikenden ArbeiterInnen verteilt wurden, hat die Firma explizit betont, dass eine Wiederanstellung der Gewerkschaftspräsidentin für sie nicht in Frage käme. Auf Druck der Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung hat Triumph International Stellung bezogen und erst informell bestätigt, sie seien mit den drei Forderungen der Streikenden einverstanden. Später im formellen Statement der Firma wurde dann allerdings veröffentlicht, dass Triumph International nicht bereit sei, zu diesem Zeitpunk die Wiederanstellung der früheren Angestellten zu diskutieren.

Die Triumph International Labour Union hat der Firma 2500 Unterschriften von Gewerkschaftsmitgliedern präsentiert, die alle die Wiederanstellung von Jitra Kotshadej befürworten. Das Management hat jedoch die Annahme dieser Unterschriften verweigert.

Mehr Informationen in Englisch auch auf der Website der Thai Labour Campaign: www.thailabour.org/tlc08en/

Aufruf zum Aktiv-Werden

Fordern Sie von Triumph International das Recht auf Meinungs- und Gewerkschaftsfreiheit ein - werden Sie aktiv und schreiben Sie einen Protestbrief.

Triumph International muss Jitra Kotshadej das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit zugestehen, das in der Allgemeinen Deklaration der Menschenrechte festgehalten ist und auf das in den OECD Richtlinien für multinationale Unternehmen verwiesen wird. Darin wird dargelegt, welche Prinzipien multinationale Unternehmen hinsichtlich der Arbeitsrechte und der KonsumentInnenrechte einhalten sollen.

Die Weigerung der Firma, eine am 20. August 2008 erlangte Übereinkunft zu unterzeichnen, hat diesen Fall in die Länge gezogen. Die protestierenden ArbeiterInnen haben seit fast einem Monat keinen Lohn mehr erhalten, dennoch unterstützen sie ihre Gewerkschaftspräsidentin weiter. Die Streikenden meinten dazu: »Eine Arbeiterin hat während vieler Jahre 3000-4000 ArbeiterInnen unterstützt, jetzt kämpfen 3000-4000 ArbeiterInnen für diese eine Arbeiterin.«

Bitte unterstützen Sie die ArbeiterInnen in Thailand.

Schreiben Sie noch heute einen Protestbrief an Triumph International und fordern Sie von ihnen:

  1. Die sofortige Wiederanstellung von Jitra Kotshadej in ihrer früheren Position, ohne zusätzliche Konditionen.
  2. Die Weiterbeschäftigung der ArbeiterInnen, die zur Unterstützung von Jitra Kotshadej ihre Arbeit niedergelegt haben –dies ohne Konditionen oder disziplinarische Maßnahmen und mit einer Kompensation für ihren Lohnausfall während der Streikzeit.
  3. Den Dialog mit der »Triumph International Labour Union« aufzunehmen und die Berichte bezüglich der gewerkschaftsfeindlichen Handlungen des BFT Managements zu erörtern.