[16.09.2009 | Eilaktion | Update]
Die Kampagne für Saubere Kleidung feiert einen großen Erfolg: Die einjährige Kampagne gegen die DESA-Lederfabrik hat Wirkung gezeigt und kann nun beendet werden. Nach monatelangen Verhandlungen erklärte sich der türkische Zulieferer für die Luxushersteller Prada und Samsonite endlich bereit, GewerkschafterInnen wiedereinzustellen. Die Gewerkschaft Deri Is und die DESA-Geschäftsführung unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung.
Danke an alle, die die Eilaktion unterstützt haben! Internationale Solidarität war entscheidend in diesem langen und harten Kampf für Arbeitsrechte!
Die Kampagne für Saubere Kleidung hofft nun, dass dies der Anfang einer konstruktiven Beziehung zwischen den beiden Parteien ist und erwartet, dass die DESA-Geschäftsführung verbesserte Arbeitsbedingungen und Arbeitsrechte durchsetzt.
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Die unterzeichnete Vereinbarung beinhaltet die folgenden Punkte:
Die Clean Clothes Campaign begrüßt diese Vereinbarung und fordert die DESA-Einkäufer auf, die Fabrik mit neuen Aufträgen zu unterstützen – und damit auch DESAs Entscheidung, die Vereinigungsfreiheit zu respektieren.
Die Kampagne für Saubere Kleidung steht in engen Kontakt mit Deri Is, um die Durchsetzung des Abkommens zu verfolgen; momentan hält sich die DESA-Geschäftsführung an die Vereinbarung und bemüht sich um eine bessere Beziehung mit der Gewerkschaft.
Vielen Dank für die Unterstützung der Eilaktion! Wir hoffen, dass Sie auch in Zukunft die Eilaktionen unterstützen werden – auf diesem Weg können Sie sich mit den ArbeiterInnen vor Ort solidarisieren!
[06.03.2009 | Eilaktion | Hintergrundinformationen]
Der wahre Preis des Luxus
Die Luxushersteller Prada und Samsonite ignorieren, dass bei ihrem türkischen Zulieferer DESA Arbeitsrechte verletzt und GewerkschafterInnen entlassen werden.
Um sich gegen schlechte Arbeitsbedingungen zu wehren, wollten die ArbeiterInnen bei dem türkischen Lederhersteller DESA sich im April 2008 der türkischen Gewerkschaft für LederarbeiterInnen Deri Is anschließen. Die DESA Geschäftführung setzte daraufhin allerdings 44 ArbeiterInnen vor die Tür und zwang weitere 55 ArbeiterInnen, ihre Gewerkschaftstätigkeit niederzulegen.
Infolge einer internationalen Protestaktion der Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung ließ sich die DESA Geschäftführung dann zwar auf Treffen mit der Gewerkschaft ein, die aber leider bisher zu nichts führten. Weder haben GewerkschafterInnen ihre Jobs zurückerhalten, noch ist die Gewerkschaft zugelassen worden. Die entlassenen ArbeiterInnen protestieren unermüdlich vor der Fabrik – unter ihnen auch Emine Arslan.
Auch wenn ein türkisches Gericht mittlerweile bestätigt hat, dass die Entlassungen rechtswidrig waren, haben die Luxushersteller bis heute nicht angemessen reagiert.
Schreiben Sie deshalb heute im Rahmen einer europaweiten Protestaktion zum Internationalen Frauentag an Prada.
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Die KäuferInnen der Luxusprodukte von Prada und Samsonite zahlen hohe Preise. Jedoch kommt davon nichts bei den ArbeiterInnen des türkischen Zulieferers DESA an. In den Fabriken in Düzce, Sefaköy und Corlu arbeiten sie unter schrecklichen Bedingungen. Oft müssen sie unzählige Überstunden machen, bis sie 36 Stunden am Stück arbeiten. Die Löhne sind zu niedrig und reichen nicht zum Überleben. Internationale Gesundheits- und Sicherheitsstandards werden nicht eingehalten. Als die ArbeiterInnen sich der Gewerkschaft für LederarbeiterInnen Deri Is anschließen wollten, wurde ihnen auch dieses Recht verweigert. Viele GewerkschafterInnen wurden und werden weiterhin fristlos und ohne Entschädigungen entlassen.
Im November 2008 startet die Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung gemeinsam mit anderen Organisationen eine Protestaktion gegen Prada und Samsonite sowie andere europäische Luxusunternehmen, die bei DESA produzieren. Auch wenn die Unternehmen nicht angemessen reagierten, fühlte sich die DESA Geschäftsleitung unter Druck. Seit dem 19. Dezember trifft sich die DESA Geschäftsführung mit der Gewerkschaft, jedoch konnte eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen bisher noch nicht erreicht werden. Die Geschäftsführung weigert sich jegliche Vereinbarungen schriftlich festzuhalten und beginnt die Verhandlungen jedes Mal von neuem. Die Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung vermutet dahinter eine Hinhaltetaktik und fordert, dass den Treffen nun Taten folgen müssen.
Mittlerweile hat auch ein türkisches Gericht in etlichen Fällen bestätigt, dass die Entlassungen der GewerkschafterInnen rechtswidrig waren, da sie auf die Arbeit bei Gewerkschaften zurückzuführen sind. Das Gericht hat die DESA Geschäftsführung aufgefordert, die GewerkschafterInnen wiedereinzustellen oder angemessen zu entschädigen.
Trotz alledem haben Prada und Samsonite sich bisher nicht gerührt. Prada hat zwar auf die ersten Vorwürfe der Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung reagiert, aber bisher alle Arbeitsrechtsverletzungen abgeschritten. In Folge der Gerichtentscheide fordert die Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung Prada nun erneut auf, aktiv zu werden. Samsonite hat bisher auf keinerlei Briefe reagiert – weder von der Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung noch von den Gewerkschaften.
Zeigen Sie Prada, dass es Ihnen als KäuferIn nicht egal ist, was in den Fabriken geschieht und schreiben Sie eine Protestmail!
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Die Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung fordert Prada und Samsonite auf, mit der DESA Fabrikleitung Kontakt aufzunehmen und sich für ein Abkommen zwischen der DESA Fabrikleitung und der Gewerkschaft Deri Is einzusetzen, das folgende Forderungen erfüllt:
Senden auch Sie eine Protestmail an Prada!
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Schreiben Sie an:
Patrizio Bertelli: ufficio.stampa@prada.com
Lamberto Berti von Prada: lamberto.berti@prada.com
Stefano Rastrelli von Prada: stefano.rastrelli@prada.com
(English version below)
Betreff: Wiedereinstellung der DESA GewerkschafterInnen / Re-instatement of DESA union members
Sehr geehrter Patrizio Bertelli,
sehr geehrter Lamberto Berti,
sehr geehrter Stefano Rastrelli,
ich bin besorgt, weil Ihr Unternehmen weiterhin ignoriert, dass Gewerkschafter in den DESA Fabriken diskriminiert werden. Ich habe erfahren, dass ein türkisches Gericht nun bestätigt hat, dass die DESA ArbeiterInnen aufgrund ihrer Gewerkschaftsaktivitäten entlassen wurden. Das Gericht fordert die Wiedereinstellung oder Entschädigung der ArbeiterInnen.
Ich möchte Sie deshalb auffordern, mit der DESA Fabrikleitung Kontakt aufzunehmen und diese zu drängen, ein Abkommen mit der Gewerkschaft Deri Is abzuschließen, das die folgenden Forderungen erfüllt: die sofortige und bedingungslose Wiedereinstellung ALLER entlassener ArbeiterInnen in ihre alten Positionen; schriftliche Bestätigungen an alle ArbeiterInnen, dass sie einer Gewerkschaft ihrer Wahl beitreten können; die Einführung von Beschwerde- und Disziplinarverfahren; die Anerkennung von Deri Is als Gewerkschaft und Repräsentant ihrer Mitglieder sowie freier Zugang von Gewerkschaften zu den ArbeiterInnen in der Fabrik.
Mit freundlichen Grüßen
Dear Patrizio Bertelli,
Dear Lamberto Berti,
Dear Stefano Rastrelli,
I am concerned to hear that your company is continuing to ignore the ongoing repression of union members at the DESA factories in Turkey. I understand that the Turkish court has now confirmed that the dismissal of DESA workers was as a result of union organising and has demanded their reinstatement or proper compensation for the illegal dismissal.
Therefore we urge you to contact DESA management and urge them to negotiate an agreement with the Deri Is union that includes the following demands: the reinstatement of ALL the dismissed workers immediately and unconditionally to the same positions previously held, provide a written guarantee to all workers that they are free to join the trade union of their choosing; develop proper grievance and disciplinary procedures, recognise the Deri Is union as the legitimate representative of its members and assure access of independent trade unions to the workers.
Yours sincerely