Firmenprofil
KiK
1. Allgemeine Informationen:
KiK Textilien und Non-Food GmbH
Bereich Kommunikation
Siemensstr. 21
59199 Bönen
Tel.: 02383-95-4101
Fax: 02383-95-585451
E-Mail: presse@kik-textilien.com
Internet: www.kik-textilien.de
KiK steht für »Kunde ist König« und wurde 1994 von Stefan Heinig, Vorsitzender Geschäftsführer und Gesellschafter, gegründet. Der Textildiscounter ist ein Tochterunternehmen der Tengelmann-Gruppe, zu der auch die Handelsketten Plus und Kaiser's, die amerikanische Tochter A&P sowie der Baumarkt Obi gehören. Die Tengelmann Holding gehört der Familie Haub und ist eines der ältesten deutschen Handelsunternehmen, das 2007 sein 140. Firmenjahr feierte. Die Familie Haub ist mit einem Privatvermögen von 4,2 Mrd. Euro (2006) eine der reichsten Familien Deutschlands. Karl Erivan, der ehemalige McKinsey-Berater, führt die Geschäfte bei Tengelmann. Der Umsatz von KiK belief sich im Jahr 2006 auf 1,27 Mrd. Euro. 80-90 Prozent des Warenkorbs sind Textilien. Im Jahr 2008 hat KiK in Deutschland 2.500 und in Österreich rund 500 Filialen. 2007 expandierte KiK nach Slowenien und Tschechien. KiK hat sich zum Ziel gesetzt, 3.000 Filialen zu gründen. Die Tengelmann Gruppe ist mit ihren Textilverkäufen in den Ketten Plus und KiK inzwischen Deutschlands siebtgrößter Textileinzelhändler.
KiK wirbt damit, dass sich jeder Kunde für 30 Euro komplett beim Textildiscounter einkleiden kann. Das Konzept dahinter: Keine Bedienung, so wenig wie möglich feste Arbeitsplätze, niedrigste Bezahlung derjenigen, die dort arbeiten, Stundenlöhne für Aushilfen, die unter fünf Euro liegen, Auszubildende, die als Arbeitskräfte missbraucht werden sowie Behinderung gewerkschaftlicher Aktivitäten durch das Management. Dazu kommen weitere Kosteneinsparungen durch eine günstige Lage der Filialen, keine Dekorationen, ein schlichtes Sortiment. Im Mai 2008 wurde Kik verurteilt, weil das Unternehmen einer Angestellten mit 5,20 EUR /Stunde nur die Hälfte des Tariflohns bezahlt hatte.
» Studie: Wer bezahlt unsere Kleidung bei Lidl und KiK
2. Beschaffung und Einkaufspraktiken
KiK kauft a) direkt über eigene Büros (so gibt es eines in Bangladesch) und b) über Importeure ein. KiK veröffentlicht weder die Länder noch die Anzahl oder Namen seiner Lieferanten pro Land. Bekannt ist nur, dass KiK in China und Bangladesch einkauft. Drei Lieferanten konnten die CCC Partner in Bangladesch ausfindig machen. Die Ergebnisse der massiven Arbeitsrechtsverletzungen bei diesen Lieferanten sind in der CCC Studie »Wer bezahlt unsere Kleidung bei Lidl und KiK – Arbeitskraft zum Discountpreis, Schnäppchen für alle?« dargestellt. Auch die Einkaufspraktiken von großen Unternehmen werden in dieser Studie untersucht, wobei hierzu nur generelle Aussagen gemacht werden können.
3. Globale Sozialverantwortung (CSR)
KiK hat aufgrund der Kritik der CCC an seinem Verhaltenskodex diesen überarbeitet. Seit Mai 2008 gibt es eine neue Fassung des Verhaltenskodex, der auch auf der Webseite zu finden ist. Die englische Fassung ist allerdings noch die alte Version (Stand 10.7.08). Dies führt zu dem Verdacht, dass der Verhaltenskodex nur zur Beruhigung des deutschen Publikums aus PR Gründen überarbeitet worden ist, de facto aber in den Produktionsländern bei den Lieferanten keine Rolle spielt. Im überarbeiteten Kodex wird den ArbeiterInnen noch immer kein existenzsichernder Lohn zugestanden wie es sonst immerhin schon bei anderen Unternehmen üblich ist (siehe z.B. Tchibo), nur der Mindestlohn wird zugesichert. Es ist bekannt, dass z.B. in Bangladesch ein Mindestlohn zum Überleben längst nicht ausreicht (er liegt zwischen 18,- bis 24,- EUR/Monat).
Die in der Broschüre beschriebenen massiven Arbeitsverletzungen bei den Lieferanten von KiK zeigen, dass der Kodex nicht umgesetzt wird. In den untersuchten Fabriken gibt es kein Recht auf Vereinigungsfreiheit, keine der Frauen hatte einen schriftlichen Arbeitsvertrag, die Arbeitszeiten werden massiv überschritten, die Entlohnung ist nicht transparent, etc. – diese Arbeitsrechtsverletzungen widersprechen alle den Vorgaben des KiK eigenen Kodex.
4. Literaturangaben
Kampagne für saubere Kleidung, Wer bezahlt unsere Kleidung bei Lidl und KiK – Arbeitskraft zum Discountpreis, Schnäppchen für alle?, Berlin 2008