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Unruhen in Bangladesch. Die Preise für Lebensmittel steigen aber die Löhne nicht.

Proteste in Bangladesch[21. Juni 2012]

Die Kampagne für Saubere Kleidung ist zutiefst besorgt über die gewaltsame Unterdrückung der TextilarbeiterInnen und ihrer GewerkschaftsführerInnen in Ashulia in Bangladesch.

Am 11. Juni gingen Tausende in der Bekleidungsindustrie Beschäftigte auf die Strassen, um Gehaltserhöhungen zu fordern. Anstatt die Löhne zu erhöhen, schlossen die Fabrikbesitzer über 300 Werke, womit den ArbeiterInnen die Aussicht auf jegliches Einkommen verwehrt wurde. Bei den darauffolgenden schweren Zusammenstössen mit der Polizei wurden 25 Personen verhaftet, sowie zahlreiche weitere verwundet. GewerkschaftsführerInnen befürchten, dass es zu Übergriffen durch den bangladeschischen Geheimdienst kommen wird. Obwohl die Fabriken wieder geöffnet sind, bleibt die Forderung nach höheren Löhnen ein dringendes Anliegen, ebenso wie das Niveau der Repression inakzeptabel ist.

Internationale Unternehmen sollten nach Jahren von Protesten für fairere Löhne erkannt haben, dass das niedrige Einkommen die Hauptursache für die anhaltenden Unruhen sind. Der gesetzliche Mindestlohn blieb seit der letzten Erhöhung 2010 unverändert, während die Lebenshaltungskosten hochschnellten und ArbeiterInnen in niedrigere Positionen abgedrängt wurden, um Lohnerhöhungen zu vermeiden.

Erneut antwortet die Regierung von Bangladesch mit verstärkter Repression und Ermittlungen gegen Gewerkschaften und Arbeitsrechtorganisationen, anstatt Lohnverhandlungen anzusetzen, welche die Lebenshaltungskosten sichern sollten. Während alle Fabriken wieder geöffnet wurden, weigern sich die Fabrikbesitzer noch immer, in Verhandlungen über Mindestlöhne einzutreten.

Während der grossen Lohnproteste von 2006, 2008 und 2010 wurden Hunderte von ArbeiterInnen und GewerkschafterInnen verhaftet, darunter Aminul Islam, ein bangladeschischer Arbeitsrechtaktivist sowie ehemaliger Textilarbeiter, der im April dieses Jahres gefoltert und ermordet wurde. Dutzende von GewerkschaftsführerInnen sind noch immer mit Anklagen wegen Anstiftungen zu Unruhen konfrontiert; Anklagen, welche von internationalen Arbeits- und Menschenrechtsorganisationen als unhaltbar gesehen werden. Arbeitsrechtorganisationen befürchten, sofern nicht schnell gehandelt wird, dass die Repression gegenüber den ArbeiterInnen auf ein ähnliches Mass wie 2010 ansteigen wird.

Die Clean Clothes Kampagne ruft alle in Bangladesch einkaufenden Unternehmen dazu auf

  • allen ArbeiterInnen, die in Zulieferbetrieben Produkte des Unternehmens herstellen, existenzsichernde Löhne zu zahlen und diese richtig einzustufen,
  • die Behörden dazu aufzufordern, nationale Löhne auf das Niveau eines existenzsichernden Lohnes anzuheben,
  • die Behörden dazu aufzufordern, ArbeiterInnen und GewerkschafterInnen nicht weiter zu schikanieren, bedrohen oder gar zu verhaften,    
  • die Löhne der ArbeiterInnen auch für die Dauer einer Fabrikschliessung zu sichern,        
  • alle Scheinanzeigen (sowohl gegen Einzelpersonen als auch Massenanzeigen) gegen ArbeiterInnen und GewerkschafterInnen zurückzuziehen,
  • sicherzustellen, dass verhaftete ArbeiterInnen freigelassen werden und ArbeitsrechtaktivistInnen gestattet wird, frei zu handeln.
 

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