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Arbeitsrechtsaktivist in Bangladesch gefoltert und ermordet

Aminul Islam[12.04.2012]

Aminul Islam, ein Arbeitsrechtsaktivist und früherer Textilarbeiter aus Bangladesch wurde letzte Woche in Dhaka gefoltert und ermordet. Sein Körper wurde außerhalb Dhakas abgeworfen und von der lokalen Polizei am vergangenen Donnerstag aufgefunden worden. Nach dem Polizeibericht war sein Körper von schweren Folterspuren gezeichnet. Sehr wahrscheinlich wurde Aminul aufgrund seines Engagements für ArbeiterInnenrechte ermordet.

Aminul Islam arbeitete für das Bangladesh Center for Worker Solidarity (BCWS = Zentrum für Arbeitersolidarität Bangladesch) und die Bangladesh Garment and Industrial Workers Federation (BGIWF = Textil- und Industriearbeiterföderation Bangladeschs). Er wurde zuletzt am Abend des 4. April 2012 gesehen, als er sich zu einem Treffen mit einem Arbeiter aufmachte, der ihn angerufen und um Unterstützung gebeten hatte. Nachdem Aminul und ein Kollege früher am Abend einen Polizeitransporter vor der Tür haben parken sehen, hatten sie aus Furcht vor Belästigungen oder Festnahmen das lokale BCWS-Büro geschlossen. Aminuls Familie und Freunde suchten ihn bis zum Samstag, als seine Frau ein Foto seines Körpers, das in einer Lokalzeitung veröffentlicht worden war, wiedererkannte.

Verhaftung 2010

Repressionen gegen Gewerkschafter und Arbeitsrechtaktivisten stellen ein ernsthaftes Problem in Bangladesch dar und Arbeiterproteste sind in den letzten Jahren vielfach mit Gewalt bekämpft worden. Insbesondere die Lohnproteste des Jahres 2010 haben zur Verhaftung von Hunderten von Arbeitern und Gewerkschaftern geführt. Aminul Islam war auch verhaftet worden. Im Juni 2010 war Aminul von Beamten des bangladeschischen Geheimdienstes (National Intelligence Service (NSI)) verhaftet worden. Nach Aminuls Aussagen war er wiederholt schweren Schlägen ausgesetzt gewesen und seine Bewacher sagten, dass diese erst enden würden, wenn er eine Falschaussage gegen seine Kollegen von der BCWS machen würde. Dutzenden von Arbeiterführern stehen noch wegen der Anstachelung zur Aufruhr und ähnlicher Aktivitäten unter Anklage. Diese Anklagen entbehren nach Ansicht internationaler Arbeits- und Menschenrechtsorganisationen jeglicher Grundlage.

Die Kampagne für Saubere Kleidung fordern die bangladeschischen Behörden dazu auf, eine sofortige und unparteiische Untersuchung des Mordes einzuleiten und unermüdlich dafür zu arbeiten, dass die Täter der Justiz zugeführt werden. Wir rufen auch die Unterstützer in der ganzen Welt, einschließlich der Missionen der EU und anderer Organisationen dazu auf, vergleichbaren Druck auf die Behörden Bangladeschs auszuüben, um der Kultur der Straflosigkeit, die zu diesem tragischen Mord geführt hat, Einhalt zu gebieten. Unser aufrichtiges Beileid richtet sich zu diesem Zeitpunkt an Aminuls Familie und seine Freunde.

 

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