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Primark - Proteste zur Eröffnung von neuer Filiale in Berlin

primark aktion inkota ccc[08.07. 2014]

Mehrere hundert AktivistInnen haben zur Eröffnung der neuen Primark-Filiale am Alexanderplatz gegen Fast Fashion und für faire Mode protestiert, am 3. Juli in Berlin. Gemeinsam mit ihnen forderten INKOTA, die Kampagne für Saubere Kleidung, BUNDjugend und Germanwatch, dass das Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards sowie der Menschenrechte gewährleisten muss. Primark war bereits im Vorfeld der Eröffnung in die Kritik geraten, da Kund/innen in verschiedenen Kleidungsstücken der irischen Modekette eingenähte Hilferufe gefunden hatten.

 „Unternehmen wie Primark müssen für Transparenz sorgen und die Verbraucher aufklären“, sagt Berndt Hinzmann vom INKOTA-netzwerk. „Und wenn sie das wegen ihrer zahlreichen Zwischenhändler nicht können, müssen sie ihr Businesskonzept ändern“, so Hinzmann weiter. „Das Kerngeschäft muss so umgebaut werden, dass die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards sowie der Menschenrechte gewährleistet werden kann.“

In Deutschland werden jährlich fast sechs Milliarden Kleidungsstücke verkauft und die Bekleidungsindustrie erwirtschaftet rund 18 Milliarden Euro Umsatz. Doch obwohl immer mehr gekauft wird, sind die Ausgaben für Kleidung seit 30 Jahren kaum gestiegen. Den Preis dafür zahlen die Näherinnen und Näher in den Textilfabriken dieser Welt.

Die Studien der Kampagnen für Saubere Kleidung zeigen, dass unmenschliche Arbeitsbedingungen und Löhne, die weit unterhalb eines Existenzlohns liegen, fester Bestandteile der Textilbranche sind“, erklärt Hinzmann. „Diese unwürdigen Bedingungen lassen sich in Bekleidungsfabriken von Bangladesch bis Bulgarien, von Kambodscha bis Kroatien eindeutig nachweisen.“

Doch nicht nur Unternehmen wie Primark sind gefordert, wenn es um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Textilbranche geht, meint Berndt Hinzmann: „Es müssen politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es den Unternehmen unmöglich machen, öko-soziale Standards zu umgehen. Dazu gehören Transparenz- und Offenlegungspflichten oder auch Haftungspflichten.“ Hier seien Politik und Regierung gefragt. Erste positive Ansätze in dieser Richtung zeigen sich in der BMZ-Textilinitiative für öko-soziale Standards in der globalen Lieferkette. Hohe und umfassende Standards und Verbindlichkeit seien unbedingt erforderlich.

Fotos von der Protestaktion

„Tailored Wages – Wie fair zahlt Deine Marke?“ – Firmencheck (März 2014)

 

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