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Sandgestrahlte Jeans - Breathless for Blue Jeans

2013-07-10-Breathless[10.07.2013]

Viele Unternehmen, darunter H&M, Levi´s, Vero Moda und Lee haben bereits vor drei Jahren das Sandstrahlen von Jeans 
verboten. Nun decken neue Recherchen auf, dass in chinesischen Fabriken trotz Verbote immer noch sandgestrahlt wird. Die neuste Recherche der Clean Clothes Kampagne, War on Want, SACOM (Student and Scholars Against Corporate Misbehaviour, Hongkong) und IHLO (Hong Kong Liaison Office of the international trade union movement) zeigt auf, dass zwischen 2009 und 2012 zwar insgesamt weniger sandgestrahlt wurde, die Sandstrahltechnik aber trotz Verbote von Markenfirmen noch immer verbreitet vorkommt.

Untersucht wurden sechs Fabriken in China, wobei zwei Fabriken zu den ganz grossen chinesischen Kleiderfabrikanten mit insgesamt mehreren tausend Angestellten gehören. Die untersuchten Fabriken produzieren u.a. für bekannte Marken wie Lee, Levis, H&M, Hollister, Old Navy, Wrangler, Jack&Jones, Only, Vero Moda, Amercian Eagle etc.
Sandstrahlen ist ein Verfahren, das stark gesundheitsgefährdend für die ArbeiterInnen ist und mitunter zum Erstickungstod führt.

Jeans werden dabei mit Sand bearbeitet, vergleichbar mit einem Gartenschlauch, aus dem mit hohem Druck Quarzsand strömt. Der Staub, den die ArbeiterInnen bei dem Verfahren einatmen, setzt sich in ihren Lungen fest, was meist zur unheilbaren und in vielen Fällen tödlichen Lungenkrankheit Silikose führt – eine Krankheit, an der auch Bergwerkarbeiter leiden. Ein für den Bericht befragter Arbeiter beschreibt seine Arbeit so: „Unsere Abteilung ist voller Jeans und schwarzem Staub. Die Temperatur in der Fabrikshalle ist hoch. Es ist schwer zu atmen. Ich habe das Gefühl, als würde ich in einem Kohlenbergwerk arbeiten.“
Die Recherche zeigt auch, dass der Schritt weg von der Sandstrahltechnik nicht unbedingt bessere Arbeitsbedingungen bedeutet. Alternativtechniken, z.B. die Verwendung von chemischen Sprays um den „used-look“ zu erreichen, sind eine massive Gesundheitsgefährdung für die ArbeiterInnen, insbesondere, weil sie dabei kaum Schutzkleidung tragen.


Zeitleiste zu Sandstrahlen:


2009 – Türkei: Einführung eines nationalen Verbots für Sandstrahlen in der Bekleidungsindustrie als Antwort auf das gewachsene Bewusstsein für Todesfälle und Krankheiten unter jungen ArbeiterInnen in Jeansfabriken
2010 – Verstärkte Medienberichte und weltweite Aktionen gegen den Einsatz von Sandstrahlen, in deren Folge sich über 40 bedeutende Jeansmarken für ein Verbot aussprachen.


2012 – Bericht der Clean Clothes Campaign enthüllt die immer noch bestehende Verbreitung von Sandstrahlen in der Jeansproduktion in Bangladesch und die erschreckend schlechten Gesundheits- und Sicherheitsstandards.


Forderung an Markenunternehmen, nationale Regierungen und die Europäische Union:
 Wir rufen alle Markenunternehmen auf, sich zu einem Verbot von Sandstrahlen in deren eigenen Produktionen zu verpflichten und sicherzustellen, dass dieses Verbot auch eingehalten wird.
 Markenunternehmen sollen ihre Zulieferbetriebe dabei unterstützen, sichere Alternativlösungen zu finden und nicht mit Zulieferern arbeiten, die sich weigern, den Einsatz von Sandstrahlen in ihren Produktionen abzuschaffen.
Markenunternehmen müssen sichergehen, dass allen ArbeiterInnen eine Einschulung bekommen und angemessene Sicherheitseinrichtungen zur Verfügung stehen.
Markenunternehmen können eine weitere Rolle in der Beendigung der Anwendung von Sandstrahlen spielen, indem sie bei ihren Designs auf „used-look“- Jeans verzichten.


Markenunternehmen sollten in den Produktionsländern in Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und NGOs umfassende Überprüfung für ihre Zulieferer einführen. Darüber hinaus sollten sich Markenunternehmen um mehr Gesundheit und höhere Sicherheit am Arbeitsplatz bemühen.


Wir rufen alle nationalen Regierungen auf, ein sofortiges Verbot von Sandstrahlen zu erlassen, sowie die Implementierung von Arbeitsschutzrichtlinien zu überwachen.


Wir rufen die EU zu einem ausdrücklichen Verbot von Sandstrahlen in der Bekleidungsindustrie und einem Importverbot von sandgestrahlten Jeans auf. Weiters verlangen wir, dass der Einsatz von Sandstrahlen innerhalb der EU selbst, insbesondere in Portugal und Italien, geprüft und der Gebrauch eingestellt wird.


Empfehlung an KonsumentInnen


Berndt Hinzmann, Kampagne für Saubere Kleidung, rät deshalb: „Es ist einfach besser, sich einem Modetrend zu verweigern und einfarbige Jeans zu tragen. Nur so kann man etwas sicherer sein, dass niemand dafür seine Gesundheit ruinieren musste.“


Weitere Informationen zum Download:


Bericht „Breathless for Blues Jeans“  (Englisch | 38 Seiten | PDF) 


Zusammenfassung Bericht „Breathless for Blues Jeans“ (Englisch | 4 Seiten | PDF)
 


Videos:
Sandstrahlen in chinesischen Fabriken 

">http://www.youtube.com/watch?v=L9uxRjDtRl4&feature=player_embedded{/youtube}

Tödliche Jeans - Türkei

Weltbilder: Der Preis der Jeans (NDR)

Dokumentarfilm "Der Preis der Blue Jeans" (ARD)

Bericht ZDF-Auslandsjournal  "Sterben für die Mode"

 

 

 

Kampagne für Saubere Kleidung

Koordinatorin:
Christiane Schnura
E-Mail: ccc-d [at] vemission.org
Tel: +49 202-89004316
(Mo–Do, 7–11 Uhr)

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