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Firmenprofil Lidl

logo lidl 200px[28.02.2012]

Lidl kopierte das Hard-Discount-Konzept seines größten Konkurrenten Aldi, aber setzt auf ein breiteres Warensortiment mit mittlerweile über 2.000 Artikeln. Auf gut 1 Milliarde Euro beliefen sich 2010 die Textilumsätze des Discounters.

Umsatz und Größe des Unternehmens

Die Schwarz-Gruppe hat derzeit in 20 Ländern rund 10.000 Filialen (rund 9.000 Filialen, davon 3.200 in Deutschland und rund 1.000 Kaufland-Filialen, davon 580 in Deutschland). Gut die Hälfte des Umsatzes von 85 Milliarden US-Dollar (2010) erwirtschaftet die Schwarz-Gruppe mittlerweile im Ausland. Immer mehr Menschen kaufen ihre Bekleidung beim Discounter Lidl. Dies verdeutlichen auch die wachsenden Textilumsätze des Unternehmens, die 2010 bei gut 1 Milliarde Euro lagen und im Vergleich im Jahr 2001 lediglich bei 570 Millionen Euro. Mitte der neunziger Jahre belegte der Discounter noch den 53 Platz der deutschen Textil- und Bekleidungsunternehmen, heute spielt Lidl auf Platz acht in der Liga der größten Textilunternehmen mit.

Organisation/ Transparenz

Das Schwarz-Imperium ist ein komplexes Geflecht aus verschiedenen Beteiligungsunternehmen, Stiftungen und Tochtergesellschaften. Die Struktur der Schwarz-Gruppe und die Gründung verschiedener Stiftungen ermöglichten es dem Unternehmen, enorme Steuererleichterungen zu erzielen. Das Unternehmen ist nicht an der Börse notiert und gilt weiterhin als Familienunternehmen. Als Stiftung und Privatunternehmen ist Lidl nicht dazu verpflichtet, eine Bilanz zu veröffentlichen.

Soziale Unternehmensverantwortung

2007 trat LIDL der BSCI (Business Social Compliance Initiative) bei. Die Mitglieder der BSCI verpflichteten sich zu einem Verhaltenskodex, welcher die Arbeitsbedingungen innerhalb ihrer Produktionsketten regulieren soll. Der Kodex basiert auf den ILO Kernarbeitsnormen. Die CCC kritisiert an der Unternehmensinitiative, dass diese den Fokus auf Auditierung legt sowie das Fehlen einer unabhängigen Verifizierung und die mangelnde Transparenz. Seit 2006 hat Lidl 3.700 Bestandsaufnahmen und 7.500 Nachkontrollen bei seinen Herstellern durchgeführt. Der Discounter setzt hier auch gezielt auf Schulungen und führte seit 2008 in Kooperation u.a. mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) Trainingsprojekte in China und Bangladesch durch. Die jüngste CCC-Studie „Im Visier Discounter“ (hier verlinken) zeigt, dass die Trainings nicht ausreichen. Immer noch herrschen Arbeitsrechtsverletzungen in den untersuchten Fabriken in Bangladesch vor: geringe Löhne, Zwangsüberstunden, Diskriminierung, permanenter Arbeitsdruck und keine  Gewerkschaften oder Arbeiterversammlungen.

Im Oktober 2011 zahlte Lidl einmalig an 5.471 ArbeiterInnen eines Lidl-Zulieferers in Bangladesch einen Bonus von 3.650 Taka (34 Euro), der mit Hilfe der GIZ verteilt wurde. So sehr sich die NäherInnen sicherlich über eine einmalige Zulage freuen, so wenig ändert eine solche Maßnahme die grundsätzlich viel zu niedrige Bezahlung der Beschäftigten. Seit 2009 gibt es in Bangladesch ferner eine mobile Krankenstation. Zwei Krankenwagen (mit Ärzten und Krankenschwestern) fahren regelmäßig von Zulieferer zu Zulieferer. Es konnten bisher laut Angaben von Lidl 25.000 Personen behandelt werden. Laut Angaben von NäherInnen werden Vitamintabletten und Tabletten gegen Anämie (Blutarmut) – typische Mangelerscheinung aufgrund unzureichender Ernährung und Armut – verteilt.

 

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Gisela Burckhardt
Gisela.Burckhardt@femnet-ev.de

Laura Ceresna-Chaturvedi
eilaktionen@saubere-kleidung.de