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Takko produzierte in chinesischen Gefängnissen

2012-11-04-Takko[04.11.2012]

Spiegel Online berichtete am 4.11.2012, dass in zwei chinesischen Gefängnissen mindestens 50.000 Kleidungsstücke für Takko gefertigt wurden. Takko bestätigte die Vorwürfe und unterstrich, dass dies klar gegen die eigenen Verhaltensregeln verstoße.Die CCC verurteilt die Produktion in Gefängnissen als nicht zu akzeptierende Zwangsarbeit. 

Dies ist ein Verstoß gegen die ILO-Kernarbeitsnormen. Dazu gehört das Verbot von Zwangsarbeit.

Wie kann es zu diesen Verstößen kommen, insbesondere wo bekannt ist, dass Takko seit Oktober 2011 Mitglied bei der Multistakeholder-Initiative (MSI) Fair Wear Foundation (FWF) ist? Die CCC hat es von Anfang an kritisch gesehen, dass  ein Billigdiscounter wie Takko neben Produzenten wie Hess natur, Jack Wolfskin, Schöffel, Vaude u.a. in der gleichen Multistakeholder-Initiative ist. Wir wissen aber auch, dass die Mitgliedschaft in der FWF kein Siegel ist, dass bestätigt, dass das Unternehmen sauber und fair ist, sondern nur eine Willensbekundung darstellt, dass das Unternehmen sich zur Umsetzung der Prinzipien der FWF bekennt, u.a. zur Umsetzung des Verhaltenskodex.

Der Verhaltenskodex der FWF, der auch der der Kampagne für Saubere Kleidung ist, enthält neben den ILO-Kernarbeitsnormen wie das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, keine Diskriminierung und das Recht auf Organisationsfreiheit weitere Normen wie die Zahlung von existenzsichernden Löhnen, die zur Befriedigung der Grundbedürfnisse ausreichend sind. Wir wissen, dass ein Unternehmen nicht von heute auf morgen den Verhaltenskodex umsetzen kann. Wir erwarten aber, dass es eindeutig Schritte dahin macht und auch offen legt, welche Schritte es unternommen hat.

Der von den Medien aufgegriffene Fall macht deutlich, dass die Selbstverpflichtung und Mitgliedschaft in einer Multistakeholder-Initiative nur der erste Schritt sein kann. Der Prozess der Gestaltung einer „sauberen“ Lieferkette muss aus eigener Initiative heraus geschehen. Zur zielorientierten Umsetzung der Verpflichtung bedarf es deshalb unbedingt der Transparenz. Die von der Kampagne für Saubere Kleidung in der Diskussion hervorgehobene Bedeutung von Offenlegungspflichten und somit von mehr Transparenz seitens der Unternehmen, wird mit diesem Fall der Zwangsarbeit in Gefängnissen bestätigt.

Es reicht nicht aus, dass Takko erklärt, dass es selber nicht wusste, dass die Arbeit in einem Gefängnis geleistet wird. Wir erwarten von Unternehmen, dass sie alle Produzenten ihrer Lieferkette kennen. Dies gehört zur „due diligence“, der nötigen Sorgfaltspflicht der Unternehmen, wie es im Juni 2011 in den UN-Leitprinzipien für Unternehmen und Menschenrechte verbindlich formuliert und vom Menschenrechtsrat angenommen worden ist. Takko hingegen scheint, Presseberichten zufolge, nur 75% seiner Produzenten zu kennen.

Die Kampagne für Saubere Kleidung  verweist auf die von ihr formulierten „Vier Schritte zu einer fairen Lieferkette“, die wir von den Unternehmen erwarten: 1. Ein transparenter, vollständiger und glaubwürdiger Verhaltenskodex 2. Die Umsetzung des Kodex 3. Die Einbeziehung der Zivilgesellschaft 4. Die Organisationsfreiheit und Kollektivvereinbarungen.

Weitere Informationen:
» Artikel "Takko produzierte in chinesischen Gefängnissen" (Spiegel Online, 04. November)
» Takko und Auftragnehmer beziehen Stellung (06. November)
» CCC-Broschüre: Vier Schritte zu einer fairen Zulieferkette

 

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Gisela Burckhardt
Gisela.Burckhardt@femnet-ev.de

Laura Ceresna-Chaturvedi
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