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Erneut Brandopfer in Bangladesch

Diverse Labels (Smart Export Garments Ltd.)[28.01.2013]

Wieder Tote durch Brand in Textilfabrik in Bangladesch – KiK und C&A sind bisher nicht dem Brandschutzabkommen beigetreten - Entschädigungen für die früheren Opfer in der Tazreen Fabrik noch immer offen. Am 26. Januar 2013, zwei Monate nach dem verheerenden Brand in der Tazreen Fabrik mit 112 Toten ist wieder ein Brand ausgebrochen. Diesmal bei Smart Export Garments.

Da das Feuer in der Mittagspause ausbrach, befanden sich glücklicherweise die meisten der 300 Arbeiterinnen außerhalb des Gebäudes. Jedoch sieben Arbeiterinnen mussten sterben, vier waren jünger als 17 Jahre. An der Brandstätte wurden Labels von spanischen und französischen Unternehmen gefunden. Gisela Burckhardt, FEMNET, Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) klagt an: „Wie viele Menschen müssen noch sterben, bis endlich europäische Modemarken und Einkäufer handeln und für umfassende Sicherheit und Arbeitsschutz bei ihren Lieferanten Sorge tragen?“ Das von bangladeschischen und internationalen Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen entwickelte Brandschutzabkommen wäre ein Vorstoß. Bisher wurde dieses auf europäischer Seite nur von Tchibo unterzeichnet.

Seit Monaten fordert die Clean Clothes Campaign, dass weitere Unternehmen dem Abkommen beitreten, damit es in Kraft treten kann. Metro, C&A, KiK und Lidl wurden direkt angefragt. Das EU-Parlament hat am 17.Januar 2013 das Brandschutzabkommen ebenfalls begrüßt und alle Markenunternehmen aufgefordert, diese Bemühungen zu unterstützen.

Gemeinsam mit Partnern in Bangladesch berechnete die Clean Clothes Campaign, dass mindestens 3 Mio Euro Entschädigung den Familien der Opfer des Brandes in der Tazreen Fabrik gezahlt werden müssen. Außerdem wird erwartet, dass die Unternehmen Entschädigung für verletzte Arbeiterinnen, für Nothilfe und medizinische Versorgung zahlen. Die Zeit drängt: „Zahlreiche Näherinnen wurden nach dem Brand in ein Krankenhaus eingeliefert und mussten sich verschulden, um die Rechnung zu bezahlen. Wer hilft diesen Frauen, die verletzt und arbeitsunfähig geworden sind?“ fragt Frauke Banse, Koordinatorin der Eilaktionen der Kampagne für Saubere Kleidung.

Bisher überlässt KiK die Verhandlung über die Zahlung von Entschädigung an die Opfer den Haupteinkäufern C&A, Walmart und Li&Fung, weil KiK  zum Zeitpunkt des Brandes keine Aufträge bei Tazreen platziert hatte. Wohl aber ließ KiK von 2009 bis Mitte 2012 beim Tuba-Konzern produzieren und hatte akzeptiert, dass ein Auftrag in der Tazreen Fabrik ausgeführt wurde, eine der sieben Fabriken des Tuba-Konzerns. Ganz offensichtlich hat sich KiK um Brandschutzsicherheit auch damals nicht gekümmert.

Die Gewerkschaften in Bangladesch rufen zur sofortigen Festnahme der Fabrikbesitzer auf. Der Besitzer der Tazreen Fabrik ist immer noch auf freiem Fuß. Seit der Brandkatastrophe sind die Gewerkschaften fast täglich auf der Straße und fordern Gerechtigkeit von ihrer Regierung und ihren Unternehmern.

» Pressemitteilung als PDF-Datei

Weitere Informationen:

Forderungen der Gewerkschaften und der CCC bzgl. Tazreen Tabrik:
http://www.cleanclothes.org/urgent-actions/tazreen-demands
Bisherige Antwort von Unternehmen:
http://www.sauberekleidung.de/images/05_pdf/2012/2012-12-20_Forderungen-und-Unternehmensstand.pdf
Zusammenfassung des Brandschutzabkommens:
http://www.sauberekleidung.de/images/05_pdf/2012/2012-12-03_Brandschutzabkommen_Bangladesch.pdf
Resolution des EU-Parlaments:
http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+TA+P7-TA-2013-0027+0+DOC+XML+V0//DE

KiK-Label Okay-Men 

Ansprechpartner:
Gisela Burckhardt, FEMNET e.V.  Tel. 01520 – 177 40 80
Frauke Banse, Eilaktionskoordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung bei INKOTA Tel.: 0160 94 69 87 70,
E-Mail: banse@inkota.de

 

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Gisela Burckhardt
Gisela.Burckhardt@femnet-ev.de

Laura Ceresna-Chaturvedi
eilaktionen@saubere-kleidung.de