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Firmenprofil Aldi

[28.02.2012]

Aldi NordAldi SüdDie Aldi-Gruppe setzt sich aus den beiden relativ selbständig operierenden Unternehmensteilen Aldi Nord und Aldi Süd zusammen. Durch die Aufteilung der Aldi-Gruppe in rechtlich selbständige Untergesellschaften entzieht sich Aldi weitgehend einer Veröffentlichung von zentralen Geschäftsdaten und gewerkschaftlichen Kontrolle.

Umsatz und Größe des Unternehmens

Hatte Aldi bis Anfang der 1980er Jahre den Ruf eines „Armen-Leute-Ladens“, liegt heute der größte Käuferanteil bei Besserverdienenden. Unter den Discountern in Deutschland und auch weltweit belegt Aldi mit einem geschätzten Umsatz von 50,9 Mrd. Euro unangefochten den ersten Platz. In der Rangliste der „Größten Textileinzelhändler in Deutschland 2010“ der Zeitschrift Textilwirtschaft (TW) belegt Aldi den neunten Platz. Aldi- Nord und Aldi-Süd erzielten 2010 zusammengerechnet einen Textilumsatz von gut 1 Milliarde Euro.

Organisation/ Transparenz

Durch die Aufsplitterung der Aldi-Gruppe in rechtlich selbstständige Untergesellschaften entzieht sich das Unternehmen weitgehend einer Veröffentlichung von zentralen Geschäftsdaten und gewerkschaftlicher Kontrolle. Des Weiteren gilt die Aldi-Gruppe aufgrund ihrer gesellschaftsrechtlichen und regionalen Struktur aber nicht als Konzern und ist deshalb nicht zur Veröffentlichung einer offiziellen Konzernbilanz verpflichtet. Die Geschäfte werden über regionale Gesellschaften abgewickelt, die seit 2000 ihre Bilanzen im „Bundesanzeiger“ veröffentlichen müssen.

Soziale Unternehmensverantwortung

2007 schloss sich Aldi der Business Social Compliance Initiative (BSCI) an und verpflichtet seitdem zahlreiche Zulieferer ebenfalls zu diesem Schritt. Dies hat zu einer Explosion der Mitgliedszahlen bei BSCI geführt, in der knapp die Hälfte der Mitglieder direkt oder indirekt mit Aldi Geschäftsbeziehungen hat. Die in der BSCI vertretenen Unternehmen haben sich einen Verhaltenskodex bezüglich der Arbeitsbedingungen entlang ihrer Produktionskette auferlegt. Der Kodex bezieht sich auf die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation und schließt darüber hinaus weitere Standards bezüglich Arbeitsstunden sowie Sicherheits- und Gesundheitsaspekten mit ein. Eine unabhängige Kontrolle des Kodexes durch lokale Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen findet nach Kenntnissen der CCC nicht statt, ein Beschwerdesystem für die NäherInnen fehlt. Die CCC kritisiert zudem das intransparente Vorgehen der BSCI. Ergebnisse der Sozialaudits werden nicht offen gelegt und auch zu Preis und Lieferfristen gibt es keine Informationen. Aldi versucht somit, sich eine Feigenblatt anzulegen. Von einem wirklichen Engagement zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern kann nicht gesprochen werden. 2010 hat Aldi Süd erstmals eine Selbstverpflichtung zur Unternehmensverantwortung („Aldi Corporate Responsibility-Policy“) erarbeitet.

Die jüngste Studie der Kampagne für Saubere Kleidung „Im Visier: Discounter. Eine Studie über Arbeitsbedingungen bei Zulieferern von Aldi, Lidl und KiK in Bangladesch.“ zeigt auf, dass den ArbeiterInnen weiterhin elementare Rechte vorenthalten werden: Die NäherInnen arbeiten immer noch ohne schriftliche Arbeitsverträge für Löhne, die bei Weitem nicht für ein Leben in Würde reichen. Überstunden werden gar nicht oder nicht korrekt bezahlt. Das Recht sich zu organisieren wird den ArbeiterInnen auch weiterhin verwehrt.

 

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Gisela Burckhardt
Gisela.Burckhardt@femnet-ev.de

Laura Ceresna-Chaturvedi
eilaktionen@saubere-kleidung.de