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Firmenprofil KiK

Logo-KIK-neu[28.11.2012]

KiK wirbt damit, dass sich jeder Kunde für 30€ komplett beim Textildiscounter einkleiden kann. Der Slogan funktioniert in der Praxis nur, weil das Unternehmen gänzlich auf Bedienung verzichtet, so wenige Mitarbeiter wie möglich fest beschäftigt, Auszubildende als Arbeitskräfte missbraucht und gewerkschaftliche Aktivitäten vom Management behindert werden.

Umsatz und Größe des Unternehmens

2008 wurde das Unternehmen verurteilt, weil es einer Angestellten mit 5,20€/Stunde nur die Hälfte des Tariflohns bezahlt hatte – seitdem liegt der Stundenlohn bei 7,50€. Auch an anderer Stelle wird bei KiK kräftig gespart. So finden sich die Filialen in günstiger Lage, kommen ohne Dekorationen und Klimaanlagen aus und präsentieren das Sortiment äußerst schlicht. KiK ist ein Backronym, eine Abkürzung, und steht für „Kunde ist König“. 1994 gründete Stefan Heinig, Vorsitzender Geschäftsführer und Gesellschafter bis 2012, das Discountunternehmen. Seit seinem Rücktritt führt Heinz Speet die Geschäfte. Der Textildiscounter ist ein Tochterunternehmen der Tengelmann-Gruppe, zu der auch die Handelsketten Plus und Kaiser's, die amerikanische Tochter A&P sowie der Baumarkt Obi gehören. Das Unternehmen KiK verfügt über 3.200 Filialen in Europa, davon 2.600 in Deutschland. Im Geschäftsjahr 2011 belief sich der Umsatz auf 1,69 Milliarden Euro. Der Verkauf von Textilien macht heute etwa 75 Prozent des Gesamtumsatzes von KiK aus. Mit einem Textilumsatz von mehr als einer Milliarde Euro und 21.000 Angestellten in Europa zählt KiK inzwischen zu Deutschlands zehn größten Textileinzelhändlern. Seit Jahren engagiert sich KiK im Sport-Sponsoring und so lief beispielsweise die deutsche Handballnationalmannschaft 2009 bei der Weltmeisterschaft in Kroatien mit dem roten Logo auf den Trikots auf.

Organisation/ Transparenz

KiK kauft a) direkt über eigene Büros (so gibt es eines in Bangladesch) und b) über Importeure ein. KiK veröffentlicht weder die Länder noch die Anzahl oder Namen seiner Lieferanten pro Land. Im hauseigenen Nachhaltigkeitsreport gibt das Unternehmen nur bekannt, dass es Bezugsquellen in China und Bangladesch gibt. Dieser Report ist auch auf Englisch verfügbar.
Es ist allgemein bekannt, dass mehr als 70% der Verkaufsgüter von KiK in China und Bangladesch hergestellt und von dort importiert werden – es lässt sich aber nicht mehr herausfinden, als das KiK eigene Büros in diesen Produktionsländern betreibt. Die CCC Partner konnten einige Zulieferer in Bangladesch ausfindig machen. Die Ergebnisse der massiven Arbeitsrechtsverletzungen bei diesen Lieferanten sind in der aktuellen CCC Studie » Im Visier: Discounter. Eine Studie über die Arbeitsbedingungen bei Zulieferern von Aldi, Lidl und KiK in Bangladesch“ dargestellt.

Soziale Unternehmensverantwortung

Der KiK Code of Conduct (CoC) unterscheidet sich vom Verhaltenskodex der Business Social Compliance Initiative (BSCI) und dem Standard SA8000 im Wesentlichen dadurch, dass er zum Managementsystem der Lieferanten sowie zu Umweltschutz und Sicherheitsfragen keine gesonderten Anforderungen formuliert. Im KiK CoC wird wie im Verhaltenskodex der BSCI nur die Zahlung eines Mindestlohns vorgeschrieben. KiK fordert seine Lieferanten in Bangladesch dazu auf „seit dem 1. November 2010 den staatlich festgelegten Mindestlohn umzusetzen.“ Gleiches fordert KiK nach eigenen Angaben für Sublieferanten seiner Partner vor Ort. Die Anforderungen an die Audits im CoC entsprechen denen der BSCI, enthalten aber keinerlei Forderungen an das Managementsystem, mit DIN Standards ESP 9001 und SA8000 zu übereinstimmen. Die Anforderungen an den minimalen Standard im CoC sind angelehnt an die wesentlichen Arbeitsnormen der IAO und die Standards der Vereinten Nationen, die einen weltweiten Geltungswert haben sollen. Verlangt werden die Einhaltung minimaler Standards in den Fabriken, das Verbot von Kinder- und Sklavenarbeit, sowie Diskriminierung, die Überstundenregelung, minimale Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen, Informationen und Berichterstattung durch die Zulieferer, Vereinigungsfreiheit für die Arbeiter – zumindest auf dem Papier. Im Nachhaltigkeitsbericht, den KiK erstmalig 2011 veröffentlichte, präsentiert das Unternehmen stolz seine Erfolge. Seit Beginn der Auditierung von Lieferanten im Jahr 2007 bis zum Ende des Geschäftsjahres 2010 sind mehr als 1.000 Audits durchgeführt worden, der Großteil davon in Bangladesch und China. In Bangladesch wurden ausnahmslos alle Fabriken auditiert, mit denen das Unternehmen zusammenarbeitet. Zudem nahmen 20 Zulieferer an Trainingsmaßnahmen teil. Allerdings schweigt KiK über die Gesamtzahl seiner Zulieferer in Bangladesch, die in die Hunderte geht, so dass das Training für 20 Lieferanten eher wie ein Tropfen auf den heißen Stein anmutet. Zumal von diesen 20 nur zehn das Programm erfolgreich abgeschlossen haben. Drei fielen durch oder brachen ab, sieben verblieben bis über das Geschäftsjahr 2010 hinaus im Programm. Hinzu kommt noch, dass 25% der Zulieferbetriebe den CoC noch gar nicht unterschrieben haben (Quelle: Der Spiegel).

Prdoukte und Image sind billig

„Alle Bereiche unseres unternehmerischen Handelns haben Auswirkungen auf die Menschen und auf die Umwelt: Rohstoffe, Wasser und Energie werden verbraucht. Durch Warenproduktion, Transporte und den Betrieb von Verwaltung, Lager und Filialen entstehen Treibhausgasemissionen in erheblichem Umfang. Während des Herstellungsprozesses von Waren fallen Schadstoffe an, die das Grundwasser belasten und unter Umständen gesundheitsschädigende Auswirkungen auf die Arbeiter haben können. Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz müssen für alle Mitarbeiter gewährleistet sein, die mit ihrer Arbeit zum wirtschaftlichen Erfolg unseres Unternehmens beitragen, ebenso wie gute Arbeitsbedingungen und eine gerechte Entlohnung.“  (KiK Nachhaltigkeitsreport S.13)

KiK hat immer mit seinem Image zu kämpfen und arbeitet hart daran, es zu verbessern. So sollte ihnen Verona Pooth helfen, mit ihrem Lächeln alle Zweifel hinfort zu wischen. Oder aber die Angestellten müssen selbst ran und in positiven Statements sich und ihr Leben mit KiK ins rechte Licht rücken - und KiK zu einem „Chancengeber“ machen. Dabei bleibt aber immer ein bitterer Nachgeschmack, wenn man sich die zahlreichen Klagen und Anzeigen wegen Lohndumpings, Missbrauch von Angestellten, Fällen von Ausspionieren und Gewerkschaftsverboten ins Gedächtnis ruft – und das allein in Europa. Wie viel KiK für die Sicherheit der ArbeitnehmerInnen in China und Bangladesch und die Transparenz seiner Unternehmensverantwortung macht - oder besser nicht macht -  kann an den letzten Unfällen in Pakistan gesehen werden. Zahlreiche MitarbeiterInnen verbrannten in einer Fabrik, in der vor allem Produkte für KiK hergestellt wurden, deren Notausgänge versperrt, Fluchtwege zugestellt, Feuerlöscher nicht vorhanden waren. Das Gebäude der illegalen Fabrik Ali Enterprises wurde nie auf Sicherheitsaspekte hin überprüft oder sonstigen Inspektionen unterworfen. Es scheint, als dass sich die Unternehmens-verantwortlichen des schlechten Images bewusst werden und nun alle Hebel in Bewegung setzen, um es aufzupolieren. So geschehen mit Hilfe der Zusammenarbeit mit CARE oder dem Verkauf von „Korbwaren aus dem nachwachsenden Rohstoff Seegras“ (KiK Nachhaltigkeitsreport S.37), produziert von Frauen in Bangladesch – diese können für nur 2€ erworben werden.

» Kommentar zum Nachhaltigkeitsbericht von KiK

 

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Gisela Burckhardt
Gisela.Burckhardt@femnet-ev.de

Laura Ceresna-Chaturvedi
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