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Tipps zum verantwortlichen Umgang mit Kleidung

2014-04-28-Konsumtipps[28.04.2014]

Viele Menschen fragen sich (und uns!) wie sie mit den Informationen über die Missstände bei der Herstellung von Bekleidung im Alltag umgehen sollen. Unsere KollegInnen von der Erklärung von Bern aus der Schweiz haben eine Liste zusammengestellt, wie wir uns als KonsumentInnen und BürgerInnen gegen die ausbeuterischen Bedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie wehren können.

 

Bewusst einkaufen

• Beginnen Sie Ihren Einkauf bei Unternehmen, die sich zur Bezahlung eines Existenzlohnes verpflichten und ein ernsthaftes Engagement für bessere Arbeitsbedingungen dokumentieren.
• Überdenken Sie die verbreitete Wegwerfmentalität, geben Sie besserer Qualität und gut kombinierbaren Basics bzw. Klassikern den Vorrang. Suchen Sie sich dauerhafte Lieblingsstücke.
• Entscheiden Sie bewusst, wie oft Sie einkaufen und was Sie wirklich brauchen, lassen Sie sich nicht von kurzlebigen Fashion–Trends lenken. Eine Einkaufsliste, die Sie einmal im Jahr nach einem Blick in den Kleiderschrank machen, kann eine gute Hilfe sein.
• Verzichten Sie auf billige Schnäppchen – Ausverkaufsware sind keineswegs immer Ladenhüter, sondern werden in vielen Fällen extra für den „Sale“ produziert.
• Bevorzugen Sie bei Baumwollprodukten Kleider und Textilien aus biologisch angebauter und/oder fair gehandelter Baumwolle.
• Lassen Sie sich nicht von Labels verwirren: Bis heute gibt es kein Label, das faire Arbeitsbedingungen und Existenzlöhne garantieren kann. Labels machen v.a. Aussagen zum verwendeten Rohstoff (z.B. Biobaumwolle), zur Schadstofffreiheit (z.B. Ökotex 100) oder zu Umweltfragen (z.B. EU Ecolabel). Labels, die von unabhängigen Stellen überprüft werden, sind generell glaubwürdiger als firmeneigene Labels.

Sorgfältig tragen

• Tragen Sie Ihre Kleider lange – Textilien sind keine Wegwerfwaren. Auch im billigsten T-Shirt stecken natürliche Ressourcen und harte Arbeit.
• Waschen Sie ihre Kleider schonend und bei niedriger Temperatur. In die Waschmaschine nach einmaligem Tragen? Muss nicht sein – manchmal hilft auch schon auslüften.
• Verzichten Sie auf Wäschetrockner – der Umwelt und den Kleidern zuliebe.

Sich engagieren

• Teilen Sie Ihr Wissen und Ihre Erfahrung. Erzählen Sie ihren FreundInnen, ihrer Familie und am Arbeitsplatz, wie die harte Realität der Kleiderproduktion aussieht, und wie einfach es heute ist, saubere Alternativen zu wählen.
• Sensibilisieren Sie in Ihrem Umfeld für die Anliegen und Forderungen der Clean Clothes Campaign.
• Fragen Sie im Laden nach den Produktionsbedingungen, sagen Sie, dass Ihnen das wichtig ist. Informieren Sie sich auch auf anderen Wegen (Website, Email, Brief, Telefon)über Produktionsbedingungen und etwaiges Engagement der Firmen.
• Beteiligen Sie sich an Eilaktionen und Kampagnen, verbreiten Sie diese.
• Mehr Individualität liegt ausserhalb der Fussgängerzonen: Stöbern Sie in Secondhand-Shops, nehmen Sie die Nähmaschine zur Hand oder lernen Sie stricken.
• Organisieren Sie in Ihrer Stadt oder in Ihrem Freundeskreis eine Kleidertauschbörse und erneuern Sie damit Ihre Garderobe auf unkonventionelle Weise.

Politisch aktiv werden

• Fordern Sie Transparenz ein über die Beschaffungspraxis (generell und von Berufsbekleidung) in Ihrer eigenen Gemeinde
• Falls Sie selbst Berufsbekleidung tragen: Fragen Sie nach, wo die Kleider hergestellt werden, und ob bei der Beschaffung auf Arbeitsrechte und Ökologie geachtet wurde.
• Setzen Sie sich dafür ein, dass in Ihrer eigenen Gemeinde sozial- und umweltverträglich beschafft wird, z.B. indem die Gemeinde eine Beschaffungspolitik verabschiedet, die soziale (ILO-Kernarbeitsnormen, Arbeitszeitbeschränkung und Existenzlohn), ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit beinhaltet.

Zu guter Letzt

Nehmen Sie sich nicht zu viel auf einmal vor – es ist heute praktisch unmöglich, den perfekten sozialverträglichen Kleiderschrank zu haben.

Setzen Sie sich kleinere und erreichbare Ziele, engagieren Sie sich dafür langfristig und konsequent für das Thema. Ein rigider Konsumverzicht oder Boykott würde den ArbeiterInnen in den Fabriken nicht helfen. Viel besser ist es, bewusst zu konsumieren und immer wieder aktiv an Firmen zurück zu melden, was man sich wünscht: Kleider, die Spass machen, und die nicht auf Ausbeutung aufbauen.

 

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