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Ein Monat Rana Plaza, sechs Monate Tazreen

[24.05.2013]

Einen Monat nach dem Zusammenbruch der Textilfabrik Rana Plaza (24.4.2013) und sechs Monate nach dem Feuer in der Textilfabrik Tazreen Fashions (24.11.2012) warten die Opfer noch immer auf Entschädigungen. „Die Schulden der Arbeiterinnen und Arbeiter steigen stetig an und die Markenunternehmen bezahlen keine Entschädigungen. Die letzten beiden schlimmen Unfälle in Bangladeschs Textilfabriken hinterließen 1239 Tote und viele tausend Verletzte. Die Markenunternehmen müssen endlich zahlen!“, so Frauke Banse von der Kampagne für Saubere Kleidung.

Am 24. November 2012 starben auf Grund fehlenden Brandschutzes in der Fabrik Tazreen Fashions 112 Menschen. Sie verbrannten bei lebendigem Leibe oder sprangen aus den Fenstern in den Tod. Nur fünf Monate später, am 24. April 2013, wurden 1127 Menschen durch den Einbruch des Rana Plaza Gebäudes getötet.

Amirul Haque Amin von der National Garment Workers´ Federation (NGWF) in Bangladesch sagt: „Wir begrüßen das Abkommen zu Brandschutz und Gebäudesicherheit. Aber die Markenunternehmen müssen auch die Entschädigungen für die Arbeiterinnen von Tazreen und Rana Plaza zahlen. Alle Käufer die von diesen Fabriken ihre Ware bezogen haben, teilen die Verantwortung dafür, dass vollständige Entschädigungen bezahlt werden. Die Gebäude waren unsicher weit bevor die Unglücke passierten.“

In Deutschland sind insbesondere die Firmen KiK (Rana Plaza und Tazreen), NKD (Rana Plaza) sowie Karl Rieker (Tazreen) aufgefordert, Entschädigungen zu zahlen. Mehr Informationen über den Stand der Entschädigungen finden Sie auf der Website der internationalen Clean Clothes Campaign.

Die Entschädigungssumme für die Opfer von Rana Plaza wird auf mehr als 71 Millionen USD geschätzt, für die Opfer von Tazreen auf 5,7 Millionen USD. Diese Berechnungen basieren auf Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Wie bei vorherigen Unfällen, sind neben den Markenunternehmen auch die bangladeschische Regierung und die Arbeitgeberorganisation BGMEA aufgefordert, ihren Entschädigungsbeitrag zu leisten. Um einen transparenten und gerechten Entschädigungsprozess zu gewährleisten, muss dieser mit den nationalen Gewerkschaften und der internationalen Gewerkschaftsvereinigung IndustriALL abgestimmt werden.

Heute starten in Deutschland und anderen europäischen Ländern Online- und Straßenaktionen, um der Entschädigungsforderung Nachdruck zu verleihen. Mehr Informationen über Onlineaktionen in Deutschland heute ab 15 Uhr auch auf unserer Facebook-Seite.


Ansprechpersonen:

Frauke Banse - Eilaktionskoordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung bei INKOTA
Mobil: 0160-94698770

Gisela Burckhardt - Vertreterin von FEMNET in der Kampagne für Saubere Kleidung bei FEMNET
Mobil: 01520 – 177 40 80

 

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