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Kambodscha: Einen Lohn zum Leben und Schluss mit Repression

2014-10-07 kambodscha-livingwage[07.10.2014]

Zum Tag der menschenwürdigen Arbeit sind zwei kambodschanische Vertreterinnen der Gewerkschaft in Deutschland. Damit wollen sie den Forderungen nach einem würdigen Existenzlohn Nachdruck verleihen. Die Öffentlichkeit in Europa ist wichtig, denn mit brutaler Gewalt wurden die Proteste in Kambodscha 2013/14 niedergeschlagen. Am 10. Oktober soll der neue offizielle Mindestlohn bekannt gegeben werden. Tausende ArbeiterInnen protestierten bereits ende September 2014 gegen die Einkaufspolitik von H&M,
Adidas, GAP, Levis, C&A, Inditex und Puma.

 Die Proteste in den Fabriken und auf der Strasse eskalierten Ende 2013 und Anfang 2014, als Polizei und Militär gewaltsam intervenierten. Vier Menschen starben, etwa 40 Personen wurden verletzt und 23 weitere für mehrere Monate inhaftiert. Der Bericht „Crackdown in Kambodscha, ArbeiterInnen protestieren für bessere Löhne“ dokumentiert die Zusammenhänge und Ereignisse der letzten Jahre. „An einem Tag wollten wir unsere Forderungen dem Ministerpräsident überbringen und ich sprach über Megafon. Da kamen die bewaffneten Kräfte direkt auf uns zu und es war klar. Jetzt wird es ernst. Wir rannten panisch weg. Es wurde geschossen.“ gab eine der Textilarbeiterinnen zu
Protokoll.
Die Demonstranten trugen T-Shirts mit der Forderung nach 177 US-Dollar Mindestlohn. Die Hauptkunden der kambodschanischen Bekleidungsindustrie sind aufgefordert, sich öffentlich zu dieser Untergrenze zu bekennen. Die Clean Clothes Campaign (CCC) unterstützt die Forderungen mit Solidaritätsaktionen in Europa. Der Bericht verdeutlicht nicht nur wie die Textilverbände und Fabrikbesitzer zur Eskalation beigetragen hatten, sonder stellt auch den direkten Einfluss von internationalen Markenfirmen und Handelshäusern dar. Die kambodschanischen Gewerkschaften und die Clean Clothes Campaign fordern deshalb H&M, Adidas, GAP, Levis, C&A, Inditex und Puma sowie alle weiteren Kunden der kambodschanischen Bekleidungsindustrie auf, einen gesetzlichen Mindestlohn von 177 US-Dollar öffentlich zu unterstützen.

Das geplante Textilbündnis für öko-soziale Standards der Bundesregierung will auf politischer Ebene neue Rahmenbedingungen setzen. Jetzt sollten auch Markenfirmen und Handelshäuser neue Zeichen setzen. H&M als einer der größten Kunden in Kambodscha sollte dabei vorangehen. Der Konzern hatte im November 2013 einen „Aktionsplan für einen fairen Existenzlohn“ präsentiert. Jetzt ist es an der Zeit sich klar dazu zu bekennen und konkrete Zahlen zu nennen. Welche Lohnhöhe sieht H&M als „fair“
an? „Es kann nicht sein, dass etwa 500.000 kambodschanischen Textilarbeiterinnen trotz überlanger Arbeitstage in der Armutsspirale gefangen bleiben. Viele sind infolge der Dumping- Löhne mangelernährt. Ein Existenzlohn müsste fast viermal höher sein als der aktuelle gesetzliche Mindestlohn von 100 US-Dollar.“ Sagt Berndt Hinzmann, INKOTA netzwerk/ Kampagne für Saubere Kleidung.

Schluß mit den Ausreden!
„Ich bin der Meinung: Die Marken, für die ich nähe, müssen ihren Teil zur Lösung beitragen. Sie können sich nicht einfach zurück lehnen, denn wir haben unser Einkommen verloren und die Fabrikbesitzer schulden mir noch Zahlungen und Boni, die ich durch meine Arbeit erworben habe.“ Sean Sophol ist Gewerkschafts „Organiser“ bei Coalition of Cambodian Apparel Workers Democratic Union (C.CAWDU) und hat für verschiedene Firmen gearbeitet u.a. für Levi’s und H&M.

Ansprechpartner:
Berndt Hinzmann, INKOTA/ Kampagne für Saubere Kleidung, Tel.: 030 - 42 08 202-0, E-Mail: hinzmann@inkota.de

Die Clean Clothes Campaign (CCC) ist ein internationales Bündnis, das sich für faire Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie einsetzt. In 15 europäischen Ländern gibt es nationale Kampagnen der CCC. INKOTA‐netzwerk ist eine Trägerorganisationen der Kampagne für Saubere Kleidung in Deutschland. Der CCC gehören weltweit 250 Organisationen an.

Pressemitteilung

Bericht „Crackdown in Kambodscha, ArbeiterInnen protestieren für bessere Löhne“

 

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