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1,5 Jahre nach dem Unglück von Rana Plaza: Entschädigungszahlungen reichen bei weitem nicht aus

2013 08 16 intro-rana-plaza[23.10.2014]

Eineinhalb Jahre nach dem Fabrikzusammensturz von Rana Plaza, Bangladesch (24.4.2013), sind die ersten Entschädigungsgelder geflossen. Allerdings ist der von der internationalen Arbeitsorganisation ILO kontrollierte Fonds nur zu knapp 50% gefüllt, die Auszahlungen entsprechen also bei weitem nicht den eigentlichen Ansprüchen der Opfer. Dies macht eine langfristige Planung für die Opfer der Katastrophe unmöglich.

 „Da nur kleine Summen an die Opfer gegangen sind, können die früheren ArbeiterInnen von Rana Plaza das Geld nicht nachhaltig verwenden, sich z.B. durch den Kauf von Land eine Ernährungsgrundlage sichern. Die Armut und die Inflation ist zu groß, als dass gespart werden kann“, so Gisela Burckhardt von der Kampagne für Saubere Kleidung.

„Die deutschen Unternehmen ziehen sich immer wieder aus der Verantwortung – beim Bündnis für nachhaltige Textilien wollen sie die Standards verwässern und bei der Ent-schädigung jener ArbeiterInnen, die für ihren Profit die Kleider nähten, winden sie sich mit Ausreden aus der Sache. Das ist untragbar!“ ergänzt Berndt Hinzmann von der Kampagne für Saubere Kleidung.

Von den deutschen Unternehmen stehen insbesondere Adler Modemärkte, KANZ/Kids Fashion Group und NKD in der Pflicht, in den von der internationalen Arbeitsorganisation ILO kontrollierten Entschädigungsfonds einzuzahlen. KiK hat auf Grund des hohen öffentlichen Drucks 1 Mio. USD in den Fonds eingezahlt – angesichts der von KiK geforderten Summe von 5 Mio. USD ist dies jedoch noch immer viel zu wenig.

Seit neuestem steht auch die Hamburger Firma Schmidt Group auf der Liste jener Un-ternehmen, die in den Fonds einzuzahlen haben. Die Schmidt Group platzierte für die italienische Sportmarke Robe di Kappa einen Auftrag im Rana Plaza Gebäude. Bisher reagierte die Schmidt Group jedoch nicht auf die Zahlungsaufforderung der Kampagne für Saubere Kleidung.
Von den in Deutschland präsenten Modemarken verweigert v.a. Benetton weiterhin jeden Beitrag in den Entschädigungsfonds, aber auch C&A oder Mango müssen deutlich nachlegen.

Für Hintergründe zum Rana Plaza Trust Fund s. www.ranaplaza-arrangement.org

AnsprechpartnerInnen:
Berndt Hinzmann, Referent beim INKOTA-netzwerk. Büro: 30-4208202-51, mobil: 0160-94698770, hinzmann@inkota.de

Gisela Burckhardt, Referentin bei FEMNET. Mobil: 01520-1774080, Mail: gisela.burckhardt@femnet-ev.de

Die Clean Clothes Campaign (CCC) ist ein internationales Bündnis, das sich für Arbeitsrechte in der Textilindustrie einsetzt. In 15 europäischen Ländern gibt es nationale Kampagnen der CCC. INKOTA und FEMNET sind Trägerorganisationen der Kampagne für Saubere Kleidung in Deutschland. Der CCC gehören weltweit 250 Organisationen an.

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