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Feuerrote Velo-Taxis machen mobil für Brandopfer von Ali Enterprises

2015 10 23 MakeKikPay[23.10.2015]

Vor mehr als drei Jahren starben über 250 Menschen beim Feuer in der Fabrik Ali Enterprises in Pakistan. Es handelt sich dabei um den schlimmsten Brand in der Geschichte der Bekleidungsindustrie weltweit. Die Arbeiterinnen und Arbeiter von Ali Enterprises produzierten Jeans für den deutschen Discounter KiK. Das Unternehmen verweigert jedoch konstruktive Verhandlungen über die langfristigen Schadensersatzzahlungen an die Opfer.

Deswegen startet die Clean Clothes Campaign gemeinsam mit ihrer deutschen Partnerorganisation INKOTA diese Woche erneut eine Kampagne. Als erste Reaktion auf das verheerende Feuer im Zulieferbetrieb von KiK im September 2012 unterzeichnete das Unternehmen am 21. Dezember 2012 eine verbindliche Vereinbarung (MoU), in der sich das Unternehmen verpflichtete, einen ersten Teilbetrag in einen Fonds zur Soforthilfe einzuzahlen.

Dieser wurde aufgesetzt und verwaltet von der Singh High Court-Kommission in Pakistan. Vereinbarungsgemäß zahlte KiK in den Fond einen ersten Teilbetrag ein. Die in der Vereinbarungen ebenso festgeschriebenen Verhandlungen über langfristige Schadensersatzzahlungen an die Opfer und eine Zahlung von 250.000 US-Dollar für Maßnahmen zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen in Pakistan blieben aus.

„In öffentlichen Erklärungen stellt KiK die Fakten über die Tragödie und die geschlossene Vereinbarung über die Entschädigung der Opfer falsch dar“, sagt Berndt Hinzmann von INKOTA/ Kampagne für Saubere Kleidung. „KiK hat nicht nur eine ethische Verpflichtung gegenüber den Opfern, sondern ist verbindliche Verpflichtungen eingegangen“, erklärt Berndt Hinzmann und meint weiter: „Die Verzögerungstaktik seitens KiK wird an der Tatsache nichts ändern, dass KiK Kompensations-zahlungen für Einkommensverluste und medizinische Ausgaben gemäß der Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zahlen muss und die Opfer außerdem Anspruch auf Schmerzensgeld und Wiedergutmachungszahlungen haben. Es ist wirklich untragbar, dass die Taktik von KiKs dazu führt, dass den Opfern weiterer Schaden widerfährt.“

In dieser Wochen fahren deshalb #MakeKiKPay-Velo-Taxis durch Berlin.

Route der Velo-Taxis für den 28. Oktober 2015, 13.00 Uhr, KiK-Filiale , Grunerstraße 7, 10179 Berlin

Route der Velo-Taxis für den 30. Oktober 2015, 11.00 Uhr, Aktion zwischen Kanzleramt, Bundestag und Reichstag

Weitere Veranstaltungen im November!

Darüber hinaus sind Veranstaltungen mit Shahida Parveen geplant, deren Mann bei dem Brand von Ali Enterprises ums Leben kam. Sie hat im vergangenen Jahr eine Petition an KiK gestartet mit der Forderung nach einer fairen Entschädigung für die Opfer. Sie wird im November nach Deutschland reisen, um über ihr Schicksal zu berichten. Gemeinsam mit der internationalen Gewerkschaftsbewegung, IndustriALL und Uni, wird die Clean Clothes Campaign für die Entschädigung der Opfer von Ali Enterprises kämpfen.

„KiK sollte wissen, dass sie letztendlich zur Rechenschaft gezogen werden. Ohne Zweifel werden Bürgerinnen und Bürger auf der ganzen Welt, vor allem aber in Deutschland, die Kampagne #MakeKiKPay unterstützen. KiK muss endlich handeln, damit Shahida und alle anderen Familien der Opfer endlich damit beginnen können ihr Leben wiederaufzubauen“, bekräftigt Berndt Hinzmann.

Kontakt:

Ilona M. Kelly, Clean Clothes Campaign, ilona@labourbehindthelabel.org 

Berndt Hinzmann, INKOTA/Clean Clothes Campaign, hinzmann@inkota.de, Mobil: 0160 94 69 87 70

ANMERKUNGEN:

• KiK war der einzige bestätigte Käufer bei Ali Enterprises. Zur Zeit des Brands war die Fabrikproduktion darauf ausgerichtet Jeans für KiKs Marke Okay Men herzustellen.

• Shahida Parveens Online-Petition (bitly.com/makekikpay) wurde weltweit bereits von über 4.000 Menschen unterstützt.

• Shahida Parveen wird gemeinsam mit Farhat Fatima, einer Vertreterin des pakistanischen Institute of Labour Education and Research (PILER) von 23. bis 26. November in Berlin sein und steht für Interviews zur Verfügung. • Weitere Informationen zur Kampagne #makeKiKpay finden Sie unter: http://www.cleanclothes.org/ranaplaza/ali-enterprises-fire 

• Die verbindliche Vereinbarung zwischen KiK und PILER finden Sie unter http://www.cleanclothes.org/ranaplaza/makekikpay/agreement-between-kik-and-piler-21-december-2012

Pressemitteilung

Protestaktion unterzeichnen 

 

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