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Play Fair Report 2012

Studie Play Fair 2012[23.02.2012]

Die PLAY FAIR-Kampagne veröffentlicht Untersuchungen bei Unternehmen in China, die Olympia 2012 mit Maskottchen und Merchandising-Artikeln versorgen. Die Organisatoren der Spiele gehen davon aus, dass sich mit diesen Artikeln ein Gesamtumsatz von bis zu einer Milliarde britische Pfund erzielen lässt. Eine gigantische Summe, von der in gewohnter Manier das Olympische Komitee, Veranstalter und Unternehmen profitieren.

Dieser Report dokumentiert erneut, dass trotz Schönreden der Olympischen Gemeinschaft und der profitierenden Unternehmen die ArbeiterInnen im globalen Süden im Abseits liegen gelassen werden.

 

Olympia ist für die Menschen da? Nicht für alle!

Das PLAY FAIR-Bündnis nimmt mit ihrer Untersuchung Anspruch und Wirklichkeit der ausgerufenen Grundsätze des olympischen Komitees unter die Lupe. Das Organising Committee of the Olympic Games and Paralympic Games (LOCOG) tritt offensiv für Fairness und Respekt ein. Dabei fordert es diese Aspekte nicht nur von den SportlerInnen, sondern nimmt sich auch selber in die Pflicht, denn die Spiele sind ein wichtiger „Motor des Wandels, mit dem das Leben von Menschen in aller Welt verbessert werden kann“. Durch die Festlegung auf den Kodex der Initiative für ethischen Handel (ETI-Kodex) hat das LOCOG sich selbst einen begrüßenswert hohen Maßstab auferlegt, mit dessen Einhaltung und Umsetzung sich die Lebenssituation Arbeitenden in der Werbemittelindustrie des Südens enorm verbessern könnte.

Leider zeigt die Untersuchung, dass eine große Lücke zwischen Schein und Wirklichkeit klafft. Bei zwei chinesischen Unternehmen, die Merchandising-Artikel für Olympia und die Paralympics fertigen, wurde festgestellt, dass gegen jeden der neun festgeschriebenen Standards verstoßen wurde. Ein existenzsichernder Lohn wurde nicht gezahlt, manche ArbeiterInnen erhalten nicht einmal den gesetzlichen Mindestlohn. Wenige Beschäftige erhielten die ihnen rechtlich zustehenden Sozialleistungen. Um ihre Grundbedürfnisse zu decken müssen manche ArbeiterInnen gerade im Vorfeld des Events bis zu 100 Überstunden im Monat leisten. 24 Std. Schichten sind keine Seltenheit und eine Sieben-Tage-Woche ist für manche Teil des Lebens. Das Ableisten von Überstunden ist obligatorisch, möchte jemand keine zusätzlichen Stunden arbeiten, muss dafür eine Sondergenehmigung erteilt werden, deren Ausstellung ist erwartungsgemäß selten.

Trotz des hohen Standards, den sich die LOCOG auferlegt hat, greifen vorgesehene Instrumente nicht, wie die Studie zeigt. Das Kontrollsystem ist leicht zu unterlaufen.

Das PLAY FAIR-Bündnis fordert deshalb neben der Einhaltung zumindest der ILO-Kernarbeitsnormen u.a. eine lückelose Verifizierung und zurückdrängen der Korruption. Zu einer nachhaltigen Veränderung tragen die Aufklärung der ArbeiterInnen und funktionierende Beschwerdesysteme bei.

» Download der Studie hier

» Übersicht über die wichtigsten Ergebnisse gibt es hier

Zum Zusammenschluss PLAY FAIR gehören Oxfam, Die Clean Clothes Campaign und Global Unions. Für die Olympiade 2012 starteten einige Mitglieder des Zusammenschlusses die Kampagne London 2012 „Campaigning for a sweatfree Olympics“.

 

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